Protest und kein Wozzeck

Oktober 19, 2025
1 min read
Die Dirigentin Beatrice Venzi

La Fenice und seine Mitarbeiter protestieren immer vehementer gegen die neue Dirigentin Beatrice Venezi

Venedig (BC) – Mit einem Proteststreik hat die Belegschaft des venezianischen Opernhauses La Fenice am Freitagabend die Premiere von Alban Bergs Wozzeck verhindert. Der Arbeitsausstand richtet sich gegen die Ernennung der 35-jährigen Dirigentin Beatrice Venezi zur neuen Musikdirektorin. Die Gewerkschaften beklagen, dass die Entscheidung ohne Rücksprache mit Chor und Orchester getroffen und lediglich per Pressemitteilung bekanntgegeben worden sei.

Venezi, eine Vertraute der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni und frühere musikalische Beraterin der Rechtsregierung, wird von Teilen des Ensembles als politisch motivierte Besetzung gesehen. Kritiker verweisen zudem auf fehlende Erfahrung mit großen Opernorchestern.

Anstelle der Premiere versammelten sich Musikerinnen und Musiker zu einem musikalischen Protest auf dem Campo Sant’Angelo im Zentrum Venedigs. Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielten gemeinsam die italienische Nationalhymne und das „Va’ Pensiero“ aus Verdis Nabucco als Zeichen des Zusammenhalts.

Während Kulturstaatssekretär Gianmarco Mazzi den Streik als „unverhältnismäßig“ kritisierte, verteidigte Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro die Ernennung Venezis und verwies auf ihre „Energie und Entschlossenheit“. Venezi selbst bezeichnete sich als Ziel einer „Verleumdungskampagne“ und beauftragte die Anwältin und Senatorin Giulia Bongiorno, rechtliche Schritte wegen Rufschädigung zu prüfen. Die Gewerkschaften kündigten an, die Proteste fortzusetzen, bis über ihre Mitbestimmungsrechte verhandelt wird.

Text wurde mit Hilfe von KI geschrieben

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Die Zukunft der Oper

Die deutsche Opernlandschaft ringt um neue Visionen. Führende Intendanten wie Viktor Schoner, Tobias Kratzer, Matthias Schulz oder Serge Dorny und Stefan Herheim debattieren im Podcast von BackstageClassical die Neuausrichtung des Genres.

Lieber Habermas,

zu Lebzeiten hätte ich mich nie getraut, Dir zu schreiben! Aber jetzt bist Du tot. Und es gibt doch noch zwei, drei Dinge, die ich Dir gern sagen will.  Das erste ist,

Hinterhäuser schweigt: Wie geht es weiter in Salzburg?

Markus Hinterhäuser hat das Ultimatum des Kuratoriums verstreichen lassen. Nun wird am kommenden Freitag über seine Zukunft entschieden. BackstageClassical entwickelt ein Szenario der weiteren möglichen Schritte bei den Salzburger Festspielen. 

Klassik auf Wiedervorlage

Salzburg, Karajan, Timothée Chalamet – und ein Brief an Rolando Villazón. Außerdem schauen wir nach Bonn, in den Nahen Osten und Wolfram Weimer auf die Finger.

»Brief von Rolli«

Vor einiger Zeit hat BackstageClassical-Herausgeber Axel Brüggemann einen Brief an Rolando Villazón geschrieben: Es ging um seine Suche nach einer neuen Pamina für seine Konzerte. Hier antwortet der Sänger dem Journalisten.

Grenell muss Kennedy Center verlassen

Richard Grenell, ein enger Vertrauter des früheren US-Präsidenten Donald Trump, verlässt nach rund einem Jahr seinen Posten als Leiter des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington.

Bonn sucht seine Bühne

Bonn steht vor einer Grundsatzentscheidung: Sanieren oder neu bauen? Die maroden Theatergebäude zwingen die Stadt, über einen neuen Kulturstandort nachzudenken – mit möglichen Folgen für Stadtbild, Kosten und kulturelle Identität.

»Die Festspiele werden nicht in der Salzach versinken«

Am 20. März berät das Kuratorium der Salzburger Festspiele erneut über die Zukunft von Intendant Markus Hinterhäuser. Die Redakteurin der Salzburger Nachrichten, Hedwig Kainberger, ordnet den Streit im Podcast von BackstageClassical.

Lieber Peter Heilker,

Gratulation! Für Sie geht es nun also von Wien nach Leipzig. Vom stellvertretenden Intendanten an Stefan Herheims Theater an der Wien zum Chef an der Oper Leipzig. Gratulation, dass Sie sich das

»Interessiert niemanden mehr«

Hört auf, Euch an Timothée Chalamet abzuarbeiten, sagt der Leiter des Podium Esslingen, Joosten Ellée. Eine Plädoyer für die Tiefe des Nerdtums und gegen die Oberfläche Hollywoods.

Verpassen Sie nicht ...