Personalrat verklagt Wedl-Wilson

Februar 15, 2026
1 min read
Sarah Wedl-Wilson (Foto: Janine Escher)

Im Streit um die geplanten Sparmaßnahmen bei den landeseigenen Berliner Theatern zieht der Hauptpersonalrat des Landes gegen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson vor Gericht.

Die Interessenvertretung der Beschäftigten reichte nach eigenen Angaben Klage beim Verwaltungsgericht ein. Sie wirft der Senatorin vor, im Zuge der geplanten Umstrukturierungen die Beteiligungsrechte der Personalvertretung verletzt zu haben.

Die Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Daniela Ortmann, sagte dem RBB, der Eindruck habe sich verfestigt, „dass die Senatorin das Personalvertretungsgesetz nicht ausreichend beachtet“. Wenn Gespräche nicht fruchteten, bleibe nur der Rechtsweg – „das ist heute passiert“, so Ortmann.

Zusammenlegung der Werkstätten wird kritisiert

Von den Spar- und Strukturplänen betroffen sind das Maxim Gorki Theater, die Volksbühne, das Deutsche Theater und das Theater an der Parkaue. Der Senat prüft nach Informationen des Hauptpersonalrats unter anderem, Werkstattbereiche zusammenzulegen oder einzelne Bühnen in eine gemeinsame Stiftung zu überführen. Hintergrund sind die geplanten Kürzungen im Berliner Kulturetat. Viele Beschäftigte fürchten dadurch verschlechterte Arbeitsbedingungen und Einschränkungen in künstlerischen Abläufen.

Die Senatsverwaltung für Kultur betonte auf Anfrage, Wedl-Wilson habe sich wiederholt zu informellen Gesprächen mit Personalräten getroffen. Ortmann bestätigte zwar diese Treffen, kritisierte jedoch, dass es sich nicht um offizielle Beteiligungsgespräche gehandelt habe. Wesentliche Informationen hätten die Personalvertretungen aus den Medien oder Ausschussanfragen erfahren. Ein von den Personalräten vorgeschlagener Plan für ein gemeinsames Werkstatt- und Probebühnenzentrum sei demnach von der Senatorin ignoriert worden.

Auch die Gewerkschaft Verdi zeigte sich besorgt über die möglichen Folgen. In einer Mitteilung warnte sie vor Beschäftigungsabbau und dem Verlust tariflicher Standards. Eine mögliche Auslagerung von Werkstätten in den Bühnenservice berge «erhebliche Risiken» – etwa höhere Kosten durch Umsatzsteuer und Mieten sowie geringere Flexibilität bei der Produktion, hieß es. Eigene Erhebungen aus den Theatern zeigten, dass externe Lösungen oft teurer und weniger effizient seien.

Text wurde auch mit Hilfe von KI verfasst.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Milo Rau in Sturmmaske bei der Pressekonferenz der Wiener Festwochen

Absagen für Milo Rau

Kurz vor Beginn des dreitägigen Theaterprojekts Prozess gegen Deutschland am Hamburger Thalia Theater haben die Publizistin Leonie Plaar und der Philosoph und KI-Ethiker Rainer Mühlhoff ihre Teilnahme aus Protest gegen die Besetzung

Ein Orchester voller *****geigen

Donald Trump hat ein Bild seines »Künstler«-Fans Jon Mc Naughton auf True Social gepostet. Es zeigt ihn als Dirigenten des »MAGA-Orchesters«. Eine kleine Bild-Analyse.

Liebe Sharon Stone,

Sie folgten Ihrem basic instinct und flüchteten vom Wiener Opernball. Sie waren gestern Abend das Sinnbild für unsere verrückten Zeiten: Tränen in den Augen, Überwältigung auf den Lippen, lobten sie die »schönen

Karajan zwischen Göring und Goebbels

War Karajan Nazi-Täter oder opportunistischer »Formal-Nazi«? Historiker Michael Wolffsohn zeichnet in »Genie und Gewissen« ein neues, widersprüchliches Bild. Hier erklärt er seine Ergebnisse im BackstageClassical-Podcast

Liebe Buhrufer,

ich war einer von Euch. Was habe ich gebuht, damals, in Stuttgart – beim Ring von vier Regisseuren. Ich habe die Inszenierungen persönlich genommen. Als Beleidigung meiner Wagner-Welt. Ach was: Meines Weltbildes!

Buhs zur »Todesfuge«?

Samstagabend im Stuttgarter Opernhaus: Es gibt Zwischenrufe in der »Meistersinger«-Premiere, ausgerechnet in der »Todesfuge«. Versuch einer Einordnung von Johannes Lachermeier.

Lieber Simon Strauß,

vollkommen legitim, dass Sie Ihre FAZ-Feder spitzen, um Intendant Hinterhäuser im Amt zu halten. Merkwürdig nur, wie Sie das tun: Sie wittern eine Intrige gegen den kongenialen »König« und schieben die Schuld

Der auf den Grenzen tanzt

Biografie eines genialen Exzentrikers: »Pianist – Musiker – Freigeist« heißt ein Buch, in dem sich der Musikwissenschaftler Rüdiger Albrecht den ganz unterschiedlichen Facetten von Friedrich Gulda widmet. Ein exklusiver Vorabdruck bei BackstageClassical.

Dear Yannick Nézet-Séguin,

The conductor defends the clumsy waltz version of Florence Price at the New Year’s Concert — and in doing so also reveals himself.

Verpassen Sie nicht ...