Sie folgten Ihrem basic instinct und flüchteten vom Wiener Opernball. Sie waren gestern Abend das Sinnbild für unsere verrückten Zeiten: Tränen in den Augen, Überwältigung auf den Lippen, lobten sie die »schönen österreichischen Polizisten«, und die Menschlichkeit und die Kunst… und überhaupt.
Ale fragten sich: Sharon Stoned?
Man konnte Mitleid mit Ihnen haben. Oder man wollte mitweinen und Sie einfach umarmen.
Irgendwie scheint so ein Ball gerade nicht in unsere Zeit zu passen: Politiker – von Dorothee Bär bis (ganz peinlich) Ösi-Vize Andreas Babler – erklärten andauernd, dass sie nicht zum Spaß hier seien und arbeiten würden. Viele Promis verdünnisierten sich, um nicht dekadent vor der Kamera zu wirken. Andere wirkten einfach aus der Zeit gefallen. Der Opernball: angekommen im 20. Jahrhundert!
Irgendwie tanzten alle auf dem Vulkan, aber niemand wollte sich dabei zusehen lassen.
Sie, Sharon Stone, wurden vom oberösterreichischen Schaumrollen-König Karl Guschlbauer (er wäre so gern Nachfolger vom Mörtl-Lugner) für den Ball eingekauft. Eine Ikone als Trophäe. Angeblich sind Sie vor lauter Panik ins Hotel geflohen. Ein Schluck Champagner – und zurück zum Ball.
Sie haben alles richtig gemacht. Sie kamen, um zu feiern. Und dann stieg Ihnen unsere verrückte Welt zu Kopf. Alles Walzer? Alles Wahnsinn!


