Kassels Schauspielchefin rehabilitiert

November 3, 2025
1 min read
Das Theater in Kassel: Hier tobt gerade ein Machtkampf (Foto: BC)

Die Entlassung der Kassler Schauspieldirektorin Patricia Nickel-Dönicke ist »gegenstandslos«. Anlass waren Meinungsverschiedenheiten zwischen Intendant Florian Lutz und ihr.

Kassel (BC) – Im Streit um die fristlose Kündigung von Patricia Nickel-Dönicke als Schauspieldirektorin des Staatstheaters Kassel ist eine Einigung erzielt worden. Wie das Staatstheater und ihr Anwalt Marcus Baum mitteilten, ist die im April ausgesprochene Kündigung »gegenstandslos«. Beide Seiten unterzeichneten eine Aufhebungsvereinbarung und erklärten, die Zusammenarbeit einvernehmlich zu beenden. Über die Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Angaben des Theaters war die Kündigung nicht im Führungsverhalten Nickel-Dönickes begründet, sondern in unterschiedlichen Auffassungen von Zusammenarbeit sowie in organisatorischen Fragen.

Die 1979 in Potsdam geborene und in Schwalmstadt aufgewachsene Theatermacherin war 2021 nach Kassel gekommen und zeigte sich nun erleichtert über den Ausgang des Verfahrens. Es sei schwer gewesen, nicht zu den Premieren ihres Ensembles gehen zu dürfen. Nun starte sie unbelastet in Österreich, wo sie ab der Spielzeit 2026/27 Künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich in St. Pölten wird.

Die Einigung kam vor dem Bühnen-Schiedsgericht in Frankfurt zustande, nachdem ein Arbeitsgerichtstermin im August keine Lösung gebracht hatte. Der Konflikt hatte im Frühjahr für Aufsehen gesorgt, nachdem Intendant Florian Lutz über mögliche Gründe der Kündigung gesprochen hatte. Mit dem Vergleich gilt die Angelegenheit nun als abgeschlossen. Die laufende Schauspielspielzeit wird nach Theaterangaben weiterhin in der künstlerischen Konzeption Nickel-Dönickes fortgeführt.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Nicht jeder will abgeholt werden

Die Debatte über Techno und Klassik greift zu kurz. Junge Menschen sind keine einheitliche Zielgruppe: Während neue Formate Publikum gewinnen, fühlen sich klassikaffine Jugendliche oft übersehen. Eine Replik.

Halten wir den Ball flach!

Der Newsletter: Zwei Intendanten schreiben bei BackstageClassical über ihren Blick auf den Betrieb, wir kümmern uns um Verstimmungen am Mozarteum und um Levits Hammerbanden-Klavier, um die Zukunft in Salzburg und blicken in

Lieber Igor Levit,

Igor Levit und Danger Dan dürfen beim ZDF nicht auftreten – nun stilisieren sie sich zum Opfer. So geht PR.

Stagniert Salzburgs Findungsprozess?

Alte Intendanten-Haudegen buhlen um die Intendanz, Sarah Wedl-Wilson winkt als Präsidentin ab. Die Suche nach einer neuen Festspieführung wirkt irgendwie lähmend. Es fehlt an Mut und Ideen. 

Regie? Wo?

Alcina in München: Wunderbare Stimmen in einer unverschämt sinnlosen Aufführung. Eine Kurzkritik.

Techno wird uns nicht retten. Aber Beethoven auch nicht.

Karl Keller kritisierte an dieser Stelle die Anbiederung der Konzertveranstalter beim jungen Publikum. Nun antwortet der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, und plädiert für weniger Introspektive und mehr mehr Neugier auf

Verpassen Sie nicht ...