Erfurt beendet den Rechtsstreit mit Ex-Intendant Montavon: Der Stadtrat genehmigt 526.000 Euro, inklusive Abfindung. Ab der neuen Spielzeit leitet Christian Illgen das Theater interimistisch.
Der langjährige Rechtsstreit um den früheren Generalintendanten des Theaters Erfurt, Guy Montavon, ist beigelegt – aber die Kosten sind hoch. Der Aufhebungsvertrag, dem der Stadtrat der Thüringer Landeshauptstadt nun zustimmte, sieht eine Zahlung in Höhe von 526.000 Euro an Montavon vor.
Hintergrund des Konflikts waren Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexueller Gewalt am Theater Erfurt, die im Oktober 2023 durch die damalige Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann öffentlich gemacht worden waren. Außerdem gab es immer wieder Kritik am Führungsstil des Intendanten.
Witzmann wurde später gekündigt und klagte dagegen. Im April 2025 einigte sie sich mit der Stadt auf eine Abfindung von rund 400.000 Euro, zudem sollen sich die Anwaltskosten nach Informationen des mdr auf etwa 800.000 Euro belaufen.
Der Vergleich mit Montavon wurde in den vergangenen Wochen unter Mitwirkung einer Richterin des Bundesarbeitsgerichts ausgehandelt. Frühere Versuche einer gütlichen Einigung waren gescheitert.
Die Summe von über einer halben Millionen Euro für Montavon setzt sich nach Angaben der Stadt unter anderem aus entgangenem Gehalt des Generalintendanten seit seiner Kündigung im Sommer 2024 zusammen. Das Arbeitsverhältnis endet im Zuge des Vergleichs rückwirkend zum 31. März 2026. Zusätzlich erhält Montavon eine Abfindung in Höhe von 150.000 Euro.
Ins Gesamt ist die Stadt in der gesamten Angelegenheit so vorgegangen, dass Kosten von über 1,7 Millionen Euro entstanden sind. Ab der kommenden Spielzeit übernimmt Christian Illgen, bislang künstlerischer Betriebsdirektor am Staatstheater Cottbus, für zwei Jahre die Interimsintendanz in Erfurt.

