Gericht weist Antrag von Salzburger Festspielfonds und Markus Hinterhäuser ab

März 5, 2025
1 min read
Der Beschluss des Landgerichts Hamburg (Foto: BC)

Ein Erlass auf Unterlassung in sieben Punkten gegen den Herausgeber von BackstageClassical wurde in allen Punkten vom Landgericht Hamburg zurückgewiesen.

English summary: A cease-and-desist order in seven points against BackstageClassical publisher Axel Brüggemann was fully rejected by the Hamburg Regional Court. The court deemed criticism of Salzburg Festival director Markus Hinterhäuser, including claims of silencing critics, legitimate. Brüggemann thanked supporters, emphasizing the importance of independent journalism. The case now moves to the Higher Regional Court of Hamburg.

Nachdem der Fonds der Salzburger Festspiele und Markus Hinterhäuser einen Erlass auf Unterlassung in sieben Punkten gegen den Herausgeber von BackstageClassical, Axel Brüggemann, beim Landgericht Hamburg eingereicht hatten, ist dieser nun in allen sieben Punkten zurückgewiesen worden. Damit haben der Festspielfonds, vertreten von Präsidentin Kristina Hammer, Intendant Markus Hinterhäuser und dem Kaufmännischen Direktor, Lukas Crepaz, und Markus Hinterhäuser als zweiter Kläger sich mit keinem der von ihnen vorgetragenen Punkte durchsetzen können.

Das Gericht sah es in der konkreten Veröffentlichung unter anderem als legitim an, zu schreiben, dass Markus Hinterhäuser sich in Sachen Troubleshooting offensichtlich darauf konzentriere, interne und externe Kritiker mundtot zu machen und aus dem Weg zu räumen. Das Gericht zog hier die Kündigung von Schauspielchefin Marina Davydova, den Neuzuschnitt des Kompetenzbereiches von Präsidentin Kristina Hammer als auch das Vorgehen der Festspiele gegen Brüggemann selber als Anknüpfungstatsachen heran. Das Gericht hält es ebenfalls für legitim, die kritischen Äußerungen von Salzburgs Bürgermeister so zusammenzufassen, dass er Missmanagement bei den Salzburger Festspielen ausmachte. 

Dank den Unterstützern

Der Salzburger Festspielfonds und Markus Hinterhäuser hatten sich mit sieben Punkten an das Landgericht Hamburg gewendet, obwohl Brüggemann ihnen zuvor bereits in drei anderen Punkten entgegengekommen war. Nach dem Beschluss des Landgerichts Hamburg wurde von Seiten der Antragsteller sofortige Beschwerde gegen die Entscheidung eingereicht – damit wird sich nun das Oberlandesgericht Hamburg noch einmal mit dem Fall befassen.

Brüggemann dankt den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die es durch ihren Zuspruch oder durch ihre Spenden ermöglicht haben, dass er den Rückhalt hatte, den Antrag auf Unterlassung nicht zu unterschreiben und das finanzielle Risiko einer juristischen Klärung vor Gericht auf sich nehmen konnte. »Die Leserinnen und Leser von BackstageClassical haben durch ihre Unterstützung ermöglicht, dass sich investigativer, unabhängiger und meinungsstarker Journalismus behaupten kann«, sagt Brüggemann. Das sei gerade in diesen Zeiten ein wichtiges Zeichen. 

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Stagniert Salzburgs Findungsprozess?

Alte Intendanten-Haudegen buhlen um die Intendanz, Sarah Wedl-Wilson winkt als Präsidentin ab. Die Suche nach einer neuen Festspieführung wirkt irgendwie lähmend. Es fehlt an Mut und Ideen. 

Regie? Wo?

Alcina in München: Wunderbare Stimmen in einer unverschämt sinnlosen Aufführung. Eine Kurzkritik.

Techno wird uns nicht retten. Aber Beethoven auch nicht.

Karl Keller kritisierte an dieser Stelle die Anbiederung der Konzertveranstalter beim jungen Publikum. Nun antwortet der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, und plädiert für weniger Introspektive und mehr mehr Neugier auf

Lieber Micky Beisenherz,

Micky Beisenherz wütet über die Kulturförderung der Bayreuther Festspiele. Dass er dabei Hitler mit Wagner verwechselt ist noch der kleinere Fehler. Schlimmer ist: Er stapft naiv in Wolfram Weimers Polit-Falle.

Die Neuordnung des Marktes

Künstleragenturen fusionieren, Veranstalter gehen auf Nummer sicher – und junge Talente sollen immer schneller an die Spitze. Die Klassikbranche baut ihr Geschäftsmodell um. Doch was passiert, wenn Karrieren schneller wachsen als Künstler?

Marlene Hahn geht nach Graz

Die deutsche Musikdramaturgin Marlene Hahn wird mit Beginn der Saison 2028/29 neue Intendantin der Oper Graz. Die 41-Jährige folgt auf Ulrich Lenz, dessen Fünfjahresvertrag nach der Saison 2027/28 nicht verlängert wird.

Verpassen Sie nicht ...