BackstageClassical bei ttt-Interview mit Weimer

Dezember 6, 2025
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Wolfram Weimer zu Gast bei ttt-Moderatorin Siham El-Maimouni. (Foto: ARD)

Im großen ttt-Interview reagiert Wolfram Weimer auch auf Kritik, die BackstageClassical in einem ausführlichen Essay über ihn geäußert hat.

In der aktuellen Ausgabe von ttt wird Kulturstaatsminister Wolfram Weimer unter anderem auch von BackstageClassical-Herausgeber Axel Brüggemann kritisiert und befragt. Brüggemann wirft Weimer in einem Einspieler vor, die Kultur zu politisieren (wir haben dieses Argument in diesem Text dekliniert). Weimer reagiert, indem er die Freiheit der Kultur ebenfalls als Ziel seiner Arbeit definiert. Auf Nachfragen, warum er bei Amtsantritt besonders »rechte« Narrative wie »Zwangsgebühren« für den Rundfunkbeitrag und das »Genderverbot« thematisierte, reagierte der Kulturstaatsminister ausweichend. 

In Bezug auf die Kulturfinanzierung äußerte Weimer die Überzeugung, dass die Kultur die »Tochter der Freiheit« sei und politische Einflussnahme auf künstlerische Programme nicht akzeptabel sei. Er sieht die Rolle des Staates vor allem darin, die Institutionen zu stärken, nicht aber inhaltlich vorzuschreiben, was Kunst und Kultur zu leisten haben. Diese Haltung wird als klarer Schutz der Autonomie der Kulturakteure verstanden.

Während Weimer auf der einen Seite immer wieder »rechte« Narrative bedient, betonte er bei ttt seine feste Haltung gegen Rechtsautoritarismus und Diskriminierung und stellte klar, dass er keinen Rücktritt trotz großer AfD-Kritik in der Kulturpolitik plane. Er bezeichnete sich selbst als Opfer von AfD-Angriffen und will nicht erkennen, dass er selber durch seine Rhetorik genau diese Grenze eingerissen hat. 

Er selber beschreibt sich als »Praktiker« und »Team Brandmauer« gegen die AfD und unterstrich die Bedeutung kultureller Freiheit und Vielfalt ohne politische Einflussnahme. 

Weimer wies Vorwürfe eines Interessenkonflikts wegen seiner Verlagstätigkeit zurück und verwies auf die Übertragung von Anteilen an einen Treuhänder. Trotz Widerständen und Rücktrittsforderungen halte er an seinem Amt fest und sieht in sich einen Hauptgegner der rechtsautoritären Strömungen in Deutschland.

Die ganze Sendung gibt es hier.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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