Das Karfreitags-Opfer

April 9, 2025
1 min read
Inszenierung der Walküre in Dortmund (Foto: Oper Dortmund, Jauk)

Keine Wagner-Oper an Karfreitag: Bezirksregierung Arnsberg untersagt Aufführung von Konwitschnys „Walküre“ am Theater Dortmund.

English summary: No Wagner opera on Good Friday: The Arnsberg district authority banned Dortmund’s Walküre due to holiday laws. Critics question consistency, as Lady Macbeth plays in Düsseldorf the same day.

Dortmund (BC) – Die Bezirksregierung Arnsberg hat die geplante Aufführung von Richard Wagners Oper Die Walküre am Karfreitag in Dortmund untersagt. Begründet wurde das Verbot mit den Regelungen des Feiertagsgesetzes in Nordrhein-Westfalen, das Veranstaltungen während der Hauptzeiten des Gottesdienstes am stillen Feiertag einschränkt. Die Oper sollte um 16 Uhr beginnen, was offenbar als problematisch angesehen wurde.

Die Entscheidung sorgt für Diskussionen, insbesondere da nur 70 Kilometer entfernt in Düsseldorf am selben Tag die Oper Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch ohne Beanstandung aufgeführt wird. Das Werk, bekannt für seine drastische Darstellung von Gewalt und Sexualität, wird nicht durch die Feiertagsregelungen beeinträchtigt.

Kritiker werfen der Bezirksregierung eine enge Auslegung der Vorschriften vor und bemängeln mangelnde Flexibilität. So hätte eine spätere Startzeit der Aufführung möglicherweise eine Lösung sein können. Das Verbot der Walküre und die gleichzeitige Genehmigung von Lady Macbethwerfen Fragen zur Konsistenz und Augenmaß bei der Anwendung des Feiertagsgesetzes auf. Während die Regelungen dazu dienen sollen, religiöse Traditionen zu schützen und den inneren Frieden zu wahren, wird durch solche Entscheidungen die Akzeptanz für das Gesetz untergraben.

Text entstand mit Hilfe von KI

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Liebe Künstlerinnen und Künstler,

dieses Mal war es das Berliner Boulevard-Blatt BZ, das die Kosten-Rechnung aufgemacht hat: Während man in der Hauptstadt durchschnittlich 62,20 Euro für ein Opernticket hinblättert, zahlt der Staat für jedes verkaufte Ticket noch mal 251,60

Mickischs Leitmotiv-Erbe in Buchform

Bei seinem ersten Bayreuth-Besuch traf Stephan Knies den Wagner-Experten Stefan Mickisch. Aus seiner Leidenschaft für Wagners Leitmotive entstand nun ein Buchprojekt, das seine einzigartige Analyse des »Rings« fortführt und erstmals in Buchform

Theater Chemnitz wehrt sich gegen Sparmaßnahmen

Die Theaterleitung der Städtischen Theater Chemnitz warnt vor massiven Einschnitten für das künstlerische Angebot, sollte der Vorschlag umgesetzt werden, alle Sparten künftig nur noch im Opernhaus zu bündeln und das Schauspielhaus aufzugeben.

Opernhäuser beraten Umbauten

Die führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum trafen sich in München, um enger bei teuren Sanierungen und Interimsspielstätten zusammenzuarbeiten und ihre künstlerische Kontinuität zu sichern.

Graben im Klang des Schicksals

In der Komischen Oper Berlin treffen MOOR MOTHERs radikale Klangkunst und Tschaikowskis fünfte Symphonie aufeinander. Ein Abend über kollektive Erinnerung, Befreiung und die tiefen Resonanzen von Trauma und Triumph in Musik.

Anna Handler geht nach Los Angeles

Die deutsch-kolumbianische Dirigentin und Pianistin Anna Handler wird ab der Saison 2026/27 »Conductor-in-Residence« beim Los Angeles Philharmonic.

Probier doch mal was Neues!

Jeder will eine Stradivari. Wirklich jeder? Es gibt großartige Instrumente, die heute gebaut werden. Im BackstageClassical-Podcast erklärt Geigenbauerin Julia Pasch, warum ein neues Instrument durchaus Vorteile für Solisten aber auch für Orchester

Lieber Teodor Currentzis,

ich habe mich lange genug an Ihnen abgearbeitet. Besonders, als Sie noch SWR-Kohle von unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren kassiert haben und Ihr russisches Ensemble gleichzeitig Rubel von Gazprom und der VTB-Bank abgegriffen hat. 

Liebe Oper,

Du hast es auch nicht immer leicht. Was für schöne Namen haben wir Dir schon gegeben! Du warst unser »Kraftwerk der Gefühle« (Alexander Kluge),  »Debattenort unserer Städte« oder – ganz früher –

Verpassen Sie nicht ...