Bogdan Roščić kritisiert sein Orchester

April 27, 2024
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Bogdan Roščić Porträt
Intendant Bogdan Roščić (Foto: Wiener Staatsoper, Mayr)

Der Intendant der Wiener Staatsoper, Bogdan Roščić, kritisiert sein eigenes Orchester für dessen Currentzis-Kritik und ätzt gegen seine Intendanten-Kollegen.

Staatsopern-Intendant Bogdan Roščić erklärt in einem Gespräch mit der österreichischen Zeitung Die Presse, dass Valery Gergiev in Zeiten des Krieges als Gast an der Wiener Staatsoper für ihn undenkbar sei. Kritik am Dirigenten Teodor Currentzis verstehe er indes nicht – sie stamme seiner Meinung nach von »Twitter-Helden, die für ihre Meinung nie mehr riskiert haben als verstauchte Daumen.«

Roščićs Verständnis habe mit seiner Nähe zum Dirigenten zu tun: »Weil ich weiß, wie Currentzis über die Dinge denkt.« Currentzis selber schweigt bekanntlich zum russischen Angriffskrieg, aber sein russisches Orchester MusicAeterna wird von der sanktionierten VTB-Bank finanziert, seine Musiker haben Kampflieder für Putins Front geschrieben und auf einer Tournee deutsche Journalisten beschimpft – außerdem ist das Ensemble auch nach Kriegsbeginn noch auf Gazprom-Tour gegangen. Kritik an Currentzis wurde inzwischen in mehreren Gerichtsverfahren verhandelt – als ganz normaler Weg eines demokratischen Meinungsprozesses.

Seinem eigenen Opernorchester, das zum großen Teil aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker besteht, wirft Roščić vor, dass es Currentzis auch als Künstler ablehnt: »An der Staatsoper spielt er (Currentzis) leider ohnehin keine Rolle«, bedauert der Intendant, »weil das Anknüpfen einer künstlerischen Beziehung zwischen ihm und dem Orchester vor vielen Jahren danebengegangen ist.« 

Schließlich setzt Bogdan Roščić noch eine Spitze gegen seine Intendanten-Kollegen, wenn es um die Rehabilitation von Anna Netrebko geht: »Inzwischen schleimen ihr wieder jene Intendanten hinterher, die sich ursprünglich als moralische Chef-Empörer aufgespielt haben, das ist ganz unterhaltsam«, sagt Roščić. Von wem er spricht, bleibt unklar. In der Vergangenheit hatte Markus Hinterhäuser öffentlich klargestellt, dass er Anna Netrebko nicht mehr nach Salzburg einladen würde.

Hier geht es zum Programm der Spielzeit 2024/25 an der Wiener Staatsoper

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