Met schlingert nach Scheitern von Millionen-Deal

April 24, 2026
1 min read
Metropolitan Opera New York (Foto: MET)

Die Metropolitan Opera erleidet einen schweren Rückschlag: Saudi-Arabien zieht sich aus einem geplanten Millionen-Deal zurück, der bis zu 200 Millionen Dollar über acht Jahre bringen sollte.

English summary: The Metropolitan Opera faces a major setback as Saudi Arabia withdraws from a planned deal worth up to $200M over eight years, citing economic strain from regional conflict. Already struggling post-pandemic, the Met now risks a $30M deficit and must seek new funding sources.

Grund ist die wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz, hieß es am Donnerstag von Met-Intendant Peter Gelb. Der Deal sah vor, dass die Met jeweils drei Wochen im Februar im Royal Diriyah Opera House bei Riad gastiert. Gelb nannte es gegenüber der New York Times eine »sehr große Enttäuschung«. Für das laufende Fiskaljahr droht nun ein 30-Millionen-Loch.

Finanzkrise verschärft sich

Die Met kämpft seit Corona mit Einnahmeverlusten: Ticketverkäufe decken nur noch ein Drittel des 326-Millionen-Budgets, HD-Übertragungen sind eingebrochen. Die Stiftung schrumpfte von 340 auf 216 Millionen Dollar. Bereits im Januar gab es Entlassungen, Gehaltskürzungen und weniger Aufführungen. Trotz Erfolgen wie Tristan und Isolde oder Innocence schwächet die Einnahmeseite. Gelb sucht Alternativen: Den Verkauf von Namensrechten, neue Erben für die Met oder den Verkauf der Chagall-Wandbilder.

Kontroverse um Saudi-Partnerschaft

Der Deal vom 2025 stand auch wegen saudischer Menschenrechtsprobleme in der Kritik. Gelb betonte stets den kulturellen Austausch, doch nun sucht er neue Partner. Die Met plant derzeit keine weiteren Kürzungen, hält sich aber Optionen offen. »Oper ist teuer, wenn sie glänzen soll«, sagte Gelb.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

»Es war Mord« – Bachmanns Malina als Oper

Mit Ingeborg Bachmanns »Malina« wagen sich die Schwetzinger SWR Festspiele an einen der rätselhaftesten Texte der Nachkriegsliteratur. Aus dem fragmentarischen Bewusstseinsstrom formt das Komponistenduo eine atmosphärisch dichte Oper.

Ein Kopfstand für die Staatskapelle

Wie Peter Gülke die Stasi verwirrte. Ein schmunzelnder Nachruf von MDG-Chef Werner Dabringhaus. English summary: Obituary for conductor and scholar Peter Gülke highlights his profound impact on music and thought. Werner Dabringhaus

Mangelverwaltung in der Schlangengrube

Heute mit der Mangelverwaltung in der Berliner Kultur-Schlangengrube, der Opern-Krise in Saudi-Arabien, einem aufgekratzten Klassik-Begeisterer und dem Innovations-Vorbild Schweden.  

La Fenice trennt sich von Beatrice Venezi

Nach monatelangem Streit beendet das Teatro La Fenice in Venedig die Zusammenarbeit mit der designierten Musikdirektorin Beatrice Venezi. Auslöser sind scharfe öffentliche Äußerungen der Dirigentin über das Orchester; sämtliche Projekte werden gestrichen.

Liebe Karin Bergmann,

Karin Bergmann hält an Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen fest. Warum das ein Fehler ist. Ein Brief an die Intendantin.

Das Ende der Kulturpolitik

Der Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist konsequent. In Wahrheit aber ist er mehr als das politische Aus einer Politikerin. Er ist der Anfang vom Ende der alten Kulturpolitik in der

Wer ist dieser Bert?

Ein Opernfan erobert das Netz: »Opera Bert« begeistert mit Arien zwischen Alltag und Algorithmus – und zeigt, wie nahbar klassische Musik für eine neue Generation sein kann. Ein Podcast und ein Porträt.

Musik war seine Identität

Michael Tilson Thomas, einer der prägenden Dirigentenpersönlichkeiten der amerikanischen Musikszene, ist tot. Der langjährige Chef des San Francisco Symphony Orchestra starb im Alter von 81 Jahren.

Wiener Regenbogen-Walzer sorgt weiter für Aufregung

Die Kritik an Florence Prices »Rainbow Waltz« beim Wiener Philharmoniker-Neujahrskonzert spitzt sich zu: Offensichtlich wurde ein Arrangement der schwarzen Komponisten Valery Coleman von Orchester verworfen – und stattdessen eine »eingewienerte« Version bevorzugt.

Warum die GEMA eine Reform braucht

Die Trennung von E- und U-Musik ist ein Anachronismus, sagt der Filmkomponist Anselm Kreuzer. Die GEMA steht vor einer Richtungsentscheidung: Kulturförderung neu denken, gerechter verteilen und ihre Legitimation sichern. Warum Reform jetzt

Verpassen Sie nicht ...