Gratulation! Für Sie geht es nun also von Wien nach Leipzig. Vom stellvertretenden Intendanten an Stefan Herheims Theater an der Wien zum Chef an der Oper Leipzig. Gratulation, dass Sie sich das Absurd-Auswahlverfahren überhaupt angetan haben. Aber jetzt ist Schluss mit Rollenspiel. Nun wird es ernst.
In Wien wurden Sie mit großer Hoffnung erwartet, haben ein ganz neues Haus bekommen, dass sie bis heute noch nicht wirklich überzeugend bespielen. Es fehlt die Nähe zu den Menschen. Ihre Oper ist eher ein Dramaturgie-Konzept.
Aber die Herausforderung in Leipzig ist noch größer. Da ist die Oper auf der einen Seite, das Gewandhaus auf der anderen – dazu noch die Musikalische Komödie.
Wenn Sie nicht zwischen allen Bühnen zerrieben werden wollen, so wie Ihre Vorgänger, haben Sie hoffentlich mit Leipzigs Kultur-Gouvernante Skadi Jennicke besprochen, dass es radikale, neue Strukturen geben muss, oder? Einen GMD für Gewandhaus UND Oper, einen Intendanten, der den Hut aufhat. Und vor allen Dingen eine Kulturpolitik, die der Kreativität nicht im Wege steht.
Viel Glück dabei, das Leipziger Allerlei zu ordnen.


