Nach Festnahme Maduros: Montero jubelt, aber wie reagiert Dudamel?

Januar 4, 2026
1 min read
Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado und Gabriela Montero (Foto: Facebook/Montero)

Nach Maduros Festnahme zeigen Exilkünstler Hoffnung und Spannung: Gabriela Montero jubelt, Gustavo Dudamel muss nun Haltung zur Demokratie zeigen.

English summary: Venezuela’s disputed president Nicolás Maduro was arrested. Artists like Gabriela Montero celebrated cautiously, while observers urged patience, democracy and free elections. How will Gustavo Dudamels react?

Caracas/New York/Berlin (BC) – Nachdem Venezuelas umstrittener Präsident Nicolás Maduro von US-Truppen gefangen genommen und in die USA gebracht wurde, herrscht in der venezolanischen Kulturszene eine indifferente Stimmnung. Die Exilpianistin Gabriela Montero, die bereits bei der Verleihung des Friedensnobelpreises für María Corina Machado spielte, veröffentlichte auf Facebook nun erneut ein Foto von sich und der Oppositionspolitikerin. In einem langen Beitrag schildert sie, dass sie »den ganzen Tag gebannt die Nachrichten verfolgt« habe und durch »eine Achterbahn der Gefühle« gegangen sei. »Ich feiere, dass einer der niederträchtigsten Diktatoren dieses Jahrhunderts heute in einer Gefängniszelle schläft. Und das ist eine gute Sache. Eine großartige Sache.« 

Montero äußert Kritik an CNN

In ihrem Beitrag wandte sie sich an internationale Beobachter und bat darum, Venezuela nun nicht zu verurteilen, sondern »abzuwarten und beobachten, wie sich die Dinge entwickeln«. Montero wies Kritik aus dem Ausland an der Festnahme Maduros durch die USA entschieden zurück: »Wenn ihr mich beschimpft oder mich einen Faschisten nennt, blockiere ich euch. Ich habe keine Geduld mehr dafür.« Zugleich forderte sie Geduld und Verständnis für die komplexe Situation im Land. Sie kritisierte Medien wie CNN, die Maduro weiterhin als Präsidenten bezeichneten, und lobte Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür, Edmundo González als legitimen Übergangspräsidenten anzuerkennen.

Interessant wird die neue Situation für den Dirigenten Gustavo Dudamel, der einst Sympathisant von Maduros Vorgänger Hugo Chaves und dessen Systems war. Das Magazin Slipped Disc kommentierte, der Vorgang sei »ein kritischer Moment« nicht nur für Venezuela, sondern auch für Dudamel selbst: Seine öffentliche Haltung könne nun zeigen, ob er bereit sei, seine Stimme klar für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen – oder ob Schweigen als Rückzug aus moralischer Verantwortung gewertet werde.

Künstler und Exil-Venezolaner weltweit reagierten mit einer Mischung aus Hoffnung und Anspannung. Während viele die Festnahme als notwendige Zäsur begrüßten, mahnten andere vor neuen Machtkämpfen. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) appellierte an alle Parteien, Gewalt zu vermeiden und freie, transparente Wahlen vorzubereiten.

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