Liebes Musikhaus Doblinger,

November 28, 2025
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Du bist es ja eigentlich schon lange nicht mehr, das gute alte Wiener Verlagshaus von 1817! Verlag verkauft! Notengeschäft verscherbelt. Und nun droht auch dem Musikhaus im Ersten Bezirk das Aus: Der Besitzer will den Mietvertrag beenden, angeblich schon Ende des Jahres.

Dein Untergang ist ein Spiegel der Situation der Klassik im öffentlichen Leben. Radikal-Abbau auch beim Universal-Verlag (einst Stolz des Wiener Musikvereins), und überhaupt steht die Kultur der österreichischen Hauptstadt – obwohl alle gern wegschauen – gerade  vor einem Horror-Haushalt mit fast schon Berliner Ausmaßen! Tendenz allenthalben: d-Moll! 

Ist das also das Ende? Nicht ganz: Mir gefiel der Kommentar eines Lesers in der  Kronenzeitung: »Die Hauptbibliothek ist voll mit klassischen Noten. Einfach reingehen, die Treppe rauf, ganz nach hinten gehen bis zum Infoschalter, 2x links – und schon ist man im Musikbereich. Gerne! Für Kopien mit einer Servicekarte zahlt man 8 Cent im A3 Format.« 

Musik lebt. Irgendwo. Immer.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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