Sponsoren Zoff in Luzern?

Februar 22, 2025
1 min read
(Foto: Lucerne Festival, Ketterer)

Ehepaar Müller zieht sich als Hauptsponsoren vom Lucerne Festival zurück

Das Lucerne Festival verliert einen seiner wichtigsten Geldgeber: Das Unternehmerpaar Sibylla und Christoph M. Müller zieht sich als Hauptsponsoren zurück, das berichten verschiedene Schweizer Medien. Anlass ist der Verbleib von Walter Kielholz, dem ehemaligen Präsidenten der Credit Suisse, im Verwaltungsrat des Festivals. Nach dem Zusammenbruch der Bank im März 2023 hatten die Müllers den Rücktritt von Kielholz und seinem Ex-Kollegen Urs Rohner gefordert. Während Rohner im Dezember 2023 tatsächlich zurücktrat, blieb Kielholz im Amt, was den Rückzug der Müllers zur Folge hatte.

Die Müllers, die das Festival seit 25 Jahren unterstützen, werfen den ehemaligen CS-Chefs vor, mitverantwortlich für den Skandal um die Bank zu sein. Christoph M. Müller erklärte, es sei nicht vereinbar, dass Kielholz durch das Festival weiterhin ein gutes Image pflege. Trotz einer zwischenzeitlichen Erneuerung des Sponsoringvertrags für 2024 in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags zog sich das Paar nun endgültig zurück.

Das Lucerne Festival bedauerte die Entscheidung, dankte den Müllers jedoch für ihre langjährige Unterstützung und verteidigte Kielholz als wertvolles Mitglied des Stiftungsrats. Kielholz bleibe als Ehrenpräsident von Swiss Re weiterhin engagiert und habe dem Festival viel zu verdanken. Außerdem wurden bereits neue Sponsoren gewonnen: Die Jörg G. Bucherer-Stiftung wird neuer Konzertsponsor und die Familie Schwöbel wird ihr Engagement ausbauen und Hauptsponsor werden. Luzern hat also keine Geld-, sondern eher eine Moral-Debatte

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Lieber Peter Heilker,

Gratulation! Für Sie geht es nun also von Wien nach Leipzig. Vom stellvertretenden Intendanten an Stefan Herheims Theater an der Wien zum Chef an der Oper Leipzig. Gratulation, dass Sie sich das

»Interessiert niemanden mehr«

Hört auf, Euch an Timothée Chalamet abzuarbeiten, sagt der Leiter des Podium Esslingen, Joosten Ellée. Eine Plädoyer für die Tiefe des Nerdtums und gegen die Oberfläche Hollywoods.

Lieber Wolfram Weimer,

es ist bemerkenswert, wie Sie die Kulturszene in so kurzer Zeit gegen sich aufgebracht haben. Ihr Berlinale-Management: ein vollkommener Filmriss! Ihre Medien-Kompetenz: im Tegernsee abgesoffen! Ihre Opernförderung: weitgehende Stagnation! Und nun auch

Karajan Debatte weitet sich aus

Michael Wolfssohn gerät weiter in die Kritik – nach Oliver Rathkolb zeigt sich nun auch der Historiker Friedrich Geiger irritiert von seiner Nazi-Reinwaschung Karajans.

Kulturförderung vom Golf

Die Met in New York hofft auf Saudi-Arabien, die Salzburger Osterfestspiele rechnen mit Katar. Aber sind die Golfstaaten wirklich eine Rettung? 

Liebe Dresdner Philharmonie,

klar, Du musst sparen. Aber muss das wirklich sein, indem Du ausgerechnet jene zur Kasse bittest, die für Dich singen? Deine Intendantin Frauke Roth will eine alte Dresdner Tradition beenden: Bislang haben

Nelsons verlässt Boston im Streit

Der lettische Dirigent Andris Nelsons muss im Sommer 2027 nach 13 Jahren sein Amt als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra (BSO) abgeben. Das teilte das Board des Orchesters am Freitag mit. Die

Lieber Timothée Chalamet,

Der Schauspieler Timothée Chalamet hat die Klassik-Blase mit einem Satz auf die Palme gebracht. Opernhäuser reagierten weitgehend humorlos – eine verpasste Chance.

Verpassen Sie nicht ...