Liebes Hagen-Quartett,

März 28, 2026
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Das Hagen Quartett (Foto: Hoffmann)

das war’s? Schluss? Ende? Aus? Nach über vier Jahrzehnten? Das soll er sein, Euer letzter Auftritt beim Lucerne Festival? Kaum zu glauben. Wenn Euer letzter Ton verklingt, verklingt eine Ära.

Ihr habt 1981 in Salzburg begonnen – und uns den Kopf gewaschen. Nein, die Ohren gesäubert. Oder: Das Musikhören ins Gehirn verlegt. Und gezeigt, wie emotional das Denken über Musik sein kann.

Lukas, Angelika und Veronika Hagen, später mit Rainer Schmidt an der zweiten Geige – Ihr habt ein Ensemble geformt, das das Streichquartett zum Schachspiel verwandelt hat: Präzise, vorausdenkend – gleichzeitig aber auch mit emotionaler Freude. Virtuosität war bei Euch nie Selbstzweck. So gut wie Ihr hat Beethoven sich selber nicht verstanden. Und Schubert scho gar nicht. Ihr seid Die Erklärer – ohne erhobenen Finger. Alles, was ihr spielt: Sind Noten. Und Gedanken.

Eure Karriere fand im medialen Piano statt, Ihr hattet das Scheinwerferlicht nicht nötig. Das hat Euch so laut und so wichtig gemacht: Klang und Haltung, Unbestechlichkeit und Konsequenz.

Komm, wir hören noch mal rein!

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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