vollkommen legitim, dass Sie Ihre FAZ-Feder spitzen, um Intendant Hinterhäuser im Amt zu halten. Merkwürdig nur, wie Sie das tun: Sie wittern eine Intrige gegen den kongenialen »König« und schieben die Schuld zwei vermeintlich dummen Frauen in die Pumps: Festspielpräsidentin Kristina Hammer und Landeshauptfrau Karoline Edtstadler. Das hat für mich alles einen ziemlich machohaften »Blunzn«-Drive.
Sie spielen das intransparente Vorgehen und den Vertrauensverlust des Intendanten bei der Suche nach einer Schauspielchefin herunter. Kein Wort über seine Mitarbeiterführung, den Festspiel-Zoff, die internen Querelen, die Leichen auf seinem Weg. Für mich klingt Ihr FAZ-Text ein bisschen wie aus den letzten Tagen des Salzburger Festspiel-Bunkers diktiert.
Ach ja, ein Transparenzhinweis hätte Ihrem Unterstützerschreiben vielleicht etwas mehr journalistische Seriosität verliehen: Dass Sie 2024 von den Festspielen gleich zweimal engagiert wurden – für Ihre Lesung »Vergessene Stücke« und als Moderator nach der Erstlesung des Stückes »Der Mensch ist so klein« Ihres Vaters. Ganz zu schweigen vom Interview, in dem Sie sich bei den Salzburger Nachrichten indirekt als Schauspiel-Kurator der Festspiele ins Spiel gebracht haben.
Könnte es sein, dass es genau diese unreflektierte Netzwerk-Solidarität ist, die Salzburg in den letzten Jahren so viel Reputation gekostet hat?


