Karin Bergmann übernimmt Salzburger Festspiele

April 7, 2026
1 min read
Karin Bergmann (Foto: Schlager)

Die Salzburger Festspiele bekommen erstmals eine Intendantin: Karin Bergmann soll interimistisch die künstlerische Leitung übernehmen und damit Markus Hinterhäuser nachfolgen.

Das Kuratorium entschied einstimmig; Bergmann soll die Funktion bis zur Bestellung einer neuen Intendanz, voraussichtlich bis Herbst 2027, ausüben. Bergmann übernimmt sofort die Interimsintendanz und ist in der laufenden und kommenden Festspielsaison auch für die Finanzen zuständig. Sie sprach von großer Verantwortung und betonte Respekt vor der künstlerischen Leistung Hinterhäusers sowie die Bedeutung von Sorgfalt, Verlässlichkeit und Vertrauen.

Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler lobte Bergmann als versierte Kulturmanagerin und »Topmanagerin«. Kulturminister Andreas Babler nannte sie eine erfahrene künstlerische Direktorin, die die Aufgabe mit Bravour meistern werde.

Das neu formierte Direktorium mit Präsidentin Kristina Hammer, Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz und Bergmann will am Mittwoch ein Pressegespräch geben. Die Ausschreibungen für die dauerhafte Festspielleitung und die Präsidentschaft sollen in den kommenden Wochen folgen.

Hintergrund der Entscheidung sind die Spannungen um die Nachfolge im Festival. Nach der Trennung von Schauspielchefin Marina Davydova und der Kritik an Hinterhäusers Vorgehen hatte das Kuratorium auf Transparenz und eine Ausschreibung bestanden. Ende März trennten sich die Festspiele und Hinterhäuser schließlich wegen unüberbrückbarer Differenzen.

Text zur eine aktuellen Petition für Hinterhäuser
Text zu den Hintergründen bei den Festspielen

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Die fünf Neuerscheinungen der Woche

Fünf neue Aufnahmen, fünf sehr unterschiedliche Welten: Schostakowitsch mit Wucht und Tiefenschärfe, eine fast vergessene Revolutionsoper, Barock zwischen Himmel und Hölle, Fatma Said vor den Pyramiden – und Susan Tomes mit einem

Lieber Simon Rattle,

Simon Rattle verlängert seinen Vertrag beim BRSO. Als Maskottchen ist das sicherlich eine gute Wahl – aber musikalisch stagniert das Orchester.

Kulturjournalismus: München steckt im Gestern

Der Musikjournalismus steckt in der Krise: Redaktionen schrumpfen, Magazine verschwinden, vom Schreiben allein kann kaum jemand leben. Doch ausgerechnet die Hochschulen reagieren darauf kaum. Sie modernisieren die Technik, aber nicht den Journalismus.

Was Sachsens Theatern blüht

Sachsens Kulturszene läuft Sturm gegen den geplanten Doppelhaushalt 2027/28. Der Gesamthaushalt wächst auf rund 53,5 Milliarden Euro, bei der Kultur sind dennoch Einschnitte geplant. Wir zeigen, wen es besonders hart trifft.

Verflacht jetzt auch der Deutschlandfunk?

Die letzte Bastion des Kulturauftrags verändert ihren Kurs. Ein internes »Stylebook« des Deutschlandfunks zeigt, wohin die Reise geht: breiter, zugänglicher, gesellschaftlicher. Was als Öffnung gedacht ist, könnte zu einer massiven Verflachung führen

Sony Classical verliert seine Eigenständigkeit

Per Hauber geht, einen Nachfolger gibt es offenbar nicht. Schon 2024 hatte sich Michael Brüggemann zurückgezogen. Sony Classical bleibt – aber seine Eigenständigkeit schwindet. Dahinter steht eine größere Frage: Wie viel ist

Verpassen Sie nicht ...