Berliner Philharmoniker erforschen Wirkung von Musik in Schwangerschaft

April 5, 2025
1 min read
Musik und Schwangerschaft – passen gut zusammen.

Erste Ergebnisse zeigen: Aktives Musizieren erzielt positive Effekte

English summary: The Berlin Philharmonic’s project Creativity in Pregnancy studies how music affects pregnant women and their babies. Early results show that listening to chamber music lowers stress, but active music-making has even stronger positive effects on well-being and stress resilience.

BERLIN – Die Berliner Philharmoniker führen ein ungewöhnliches Forschungsprojekt namens Kreativität in der Schwangerschaft durch, um die Auswirkungen von Musik auf werdende Mütter und ihre Kinder zu untersuchen. Ziel ist es, das Wohlbefinden und die Stressresistenz der Schwangeren zu fördern und langfristig die Gesundheit von Mutter und Kind zu verbessern.

Im Rahmen des Projekts spielen Musiker der Philharmoniker Kammermusikkonzerte exklusiv für Schwangere. Zudem gibt es Workshops, in denen die Frauen selbst singen und tanzen. Wissenschaftler begleiten die Studie mit nicht-invasiven Untersuchungen und Befragungen. Gemessen werden unter anderem das Stresshormon Cortisol im Speichel, die Herzfrequenzvariabilität und die längerfristige Stressentwicklung anhand von Haarproben. Bei der Geburt werden Blutproben aus Nabelschnur und Plazenta entnommen, um mögliche Auswirkungen auf zellulärer Ebene (Telomere) zu analysieren. In den ersten zwei Lebensjahren der Kinder sollen Fragebögen Aufschluss über deren Entwicklung geben.

Erste Ergebnisse positiv

Erste Ergebnisse zeigen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass das Hören von Kammermusik den Cortisolspiegel senken und die Herzfrequenzvariabilität erhöhen kann. Besonders positive Effekte wurden in den Workshops beobachtet, in denen die Frauen selbst aktiv musizierten. Studienleiterin Birgit Arabin betont gegenüber der Süddeutschen, dass es nicht nur um die Bewegungen des Fötus geht, sondern um unmerkliche biologische und chemische Prozesse. Sie kritisiert die oft stressbetonte »Behandlung« von Schwangerschaften im Krankenhaus und das mangelnde Verständnis für die positiven Effekte von Musik.

Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit Geburtsmedizinern, Wissenschaftlern und der Clara Angela Foundation durchgeführt wird, untersucht auch, ob sich die positiven Erfahrungen der Mutter während der Schwangerschaft epigenetisch auf das Kind übertragen können. Seit März werden Videoaufnahmen der Konzerte und Workshops an Schwangere verschickt, die nicht live teilnehmen können, um die Auswirkungen des passiven Zuschauens zu erforschen. Das kostenfreie Online-Angebot richtet sich an Schwangere in ganz Deutschland. Die Studie erweitert bisherige Erkenntnisse, da sie die Wirkung von Live-Musik im Konzertsaal untersucht und nicht nur das Hören von Aufnahmen.

Text wurde mit Hilfe von KI generiert

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Wang wirft Journalisten misogynes Mobbing vor

Die chinesische Pianistin Yuja Wang hat eine E-Mail des britischen Musikkritikers und Radiojournalisten Norman Lebrecht öffentlich gemacht und ihm „herabwürdigendes, misogynes Mobbing“ vorgeworfen. Wang veröffentlichte auf ihrem offiziellen Instagram-Account einen Screenshot der

Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann

Showdown: Das Festspielkuratorium der Salzburger Festspiele hat Markus Hinterhäuser ein Szenario offeriert, über das er nun bis zum 20. März nachdenken kann. Ein Kommentar.  

American Nightmares in der Klassik

Kultur-Diskurs zwischen Eskapismus und Widerstand: Hannah Schmidt und Axel Brüggemann debattieren im Podcast Takt & taktlos die aktuellen Themen der Klassik.

Das Reich der kulturellen Mitte

Kanzler Friedrich Merz ist in China. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko. Ein historischer Rückblick auf Europäisch-Chinesische Musik-Beziehungen.  

Liebe Papagenas,

Achtung! Achtung! Da draußen ist ein bunter Vogelfänger unterwegs. Er tarnt sich als Sänger. Früher war er Tenor, heute hat er Federn gelassen – tingelt als Bariton und Clown durch die Gegend.

Einspruch, Herr Wolffsohn

Michael Wolffsohn hat Karajan in seinem neuen Buch vom Nazi-Sympathisantentum weitgehend reingewaschsen. Nun widerspricht ihm der Karajan-Experte und Historiker Oliver Rathkolb. Er sagt: die Faktenlage spricht eine andere Sprache.

Fliegender Teppich ohne Magie

Bluescreen-Effekte prägen Händels »Tamerlano« bei den 48. Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe. Doch der eigentliche Zauber entsteht im Orchestergraben.
Bogdan Roščić Porträt

Lieber Bogdan Roščić,

meinten Sie wirklich den gerngroßen Medien-Mufti Mucha, der über Ihr Opernball-Musical-Programm polterte, als Sie George Bernard Shaw auf Instagram zitierten: »I learned long ago never to wrestle a pig. You get dirty

Liebe Stefanie,

seit der BR sich Dich als »Gesicht« für sein Klassik-Programm vorstellt, bist Du irgendwie anders geworden. Weißt Du noch, wie wir auf dem Flokati gelegen, Tristan gehört und Erdnussflips gegessen haben? Und

Verpassen Sie nicht ...