Digitalisierung der Bibliothek von Alban und Helene Berg

November 7, 2024
1 min read
Schreibutensilien, erhalten in einem Zustand wie er im Wesentlichen bei Alban Bergs Tod im Jahr 1935 vorzufinden war. (Foto: Alban Berg Stiftung)

3.000 Bücher, Notenbände und Zeitschriften von Alban Berg wurden digitalisiert.

Im Wissenszentrum Alban Berg wurden zentrale Teile dieses Bestands aufwändig restauriert und vollständig gescannt. Insgesamt 1.885 Digitalisate einschließlich einer Reihe von Alltagsobjekten als Fotografie und 3D-Scan stehen ab sofort der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Rund 3.000 Bücher, Notenbände, Zeitschriften, Broschüren und sonstige Dokumente aus dem 18. bis 20. Jahrhundert umfasst die Bibliothek von Alban und Helene Berg, die am Sitz der Alban Berg Stiftung erhalten ist.

Der Kernbestand steht bis heute im originalen, denkmalgeschützten Arbeitszimmer des Komponisten, in dem er auch im Zusammenhang mit der Entstehung seiner Werke intensiv mit diesen Beständen gearbeitet hat. Zahlreiche Bände enthalten umfangreiche handschriftliche Eintragungen und andere Lesespuren, die es von nun an erlauben werden, Berg als Leser genauer kennenzulernen.

Anzeige

So wie die Musiknoten ein breites Interesse an Klassikern wie Beethoven und Wagner, vor allem aber an Zeitgenossen wie Krenek, Mahler, Pfitzner, Schönberg, Schreker, Richard Strauss oder Zemlinsky dokumentieren, verraten auch die literarischen Bände ein ungewöhnlich vielfältiges Interesse, etwa für Ibsen, Dostojewski oder Strindberg. Besonders aufschlussreich sind Ausgaben der Werke von Altenberg, Büchner, Hauptmann und Wedekind, die Berg als Vorlagen für Kompositionen benutzte oder benutzen wollte, aber auch eine intensiv verwendete Ausgabe von Meyers Konversationslexikon mit besonders zahlreichen und intensiven Gebrauchsspuren.

Durch die Einbeziehung von Digitalisaten von dreidimensionalen Objekten innerhalb der denkmalgeschützten Bestände wird die historische Alltagsrealität anschaulich lebendig gemacht, zugleich der Kontext zum Komponieren bzw. zum allgemeinen geistigen Horizont des Komponisten und seiner Zeit erschlossen.

Weiterführende Links:

https://kulturpool.at/institutionen/alban-berg-stiftung

https://absw.at/datenbank

Quelle: Pressemitteilung

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Das Ende der Kulturpolitik

Der Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist konsequent. In Wahrheit aber ist er mehr als das politische Aus einer Politikerin. Er ist der Anfang vom Ende der alten Kulturpolitik in der

Wer ist dieser Bert?

Ein Opernfan erobert das Netz: »Opera Bert« begeistert mit Arien zwischen Alltag und Algorithmus – und zeigt, wie nahbar klassische Musik für eine neue Generation sein kann. Ein Podcast und ein Porträt.

Musik war seine Identität

Michael Tilson Thomas, einer der prägenden Dirigentenpersönlichkeiten der amerikanischen Musikszene, ist tot. Der langjährige Chef des San Francisco Symphony Orchestra starb im Alter von 81 Jahren.

Wiener Regenbogen-Walzer sorgt weiter für Aufregung

Die Kritik an Florence Prices »Rainbow Waltz« beim Wiener Philharmoniker-Neujahrskonzert spitzt sich zu: Offensichtlich wurde ein Arrangement der schwarzen Komponisten Valery Coleman von Orchester verworfen – und stattdessen eine »eingewienerte« Version bevorzugt.

Warum die GEMA eine Reform braucht

Die Trennung von E- und U-Musik ist ein Anachronismus, sagt der Filmkomponist Anselm Kreuzer. Die GEMA steht vor einer Richtungsentscheidung: Kulturförderung neu denken, gerechter verteilen und ihre Legitimation sichern. Warum Reform jetzt

Ellée bleibt in Esslingen – vorerst

Die Entscheidung über die künstlerische Leitung von PODIUM Esslingen verzögert sich – Intendant Joosten Ellée bleibt länger im Amt. Gleichzeitig startet das Festival 2026 unter dem Motto »Music for Aliens« mit einem

Keine Amerika-Visa: Jaroussky sagt Tournee ab

Der französische Countertenor Philippe Jaroussky hat seine für April 2026 geplante Tournee durch Nordamerika kurzfristig absagen müssen. Grund dafür sind massive Verzögerungen bei der Erteilung von Arbeitsvisa. Von der Absage betroffen ist

Rainer Heneis geht nach Regensburg

Rainer Heneis von der Stiftung Mozarteum wird neuer Kaufmännischer Vorstand des künftigen Staatstheaters Regensburg. Der Verwaltungsrat bestellte den 58-Jährigen mit Wirkung zum 1. Juli 2026, wie das Theater mitteilte. Heneis folgt in

Die kleinste Tosca der Welt

Gibt es einen anderen Ort auf der Welt, an dem in einem einzigen Jahr über 40 Vorstellungen »Tosca« gespielt werden – vor vollem Haus? Wer das schafft, muss einiges richtig machen –

Verpassen Sie nicht ...