Theater Chemnitz wehrt sich gegen Sparmaßnahmen

April 13, 2026
1 min read
Theater Chemnitz (Foto: Hashemi)

Die Theaterleitung der Städtischen Theater Chemnitz warnt vor massiven Einschnitten für das künstlerische Angebot, sollte der Vorschlag umgesetzt werden, alle Sparten künftig nur noch im Opernhaus zu bündeln und das Schauspielhaus aufzugeben.

Die Theaterleitung der Städtischen Theater Chemnitz hat den Vorschlag aus dem Stadtrat scharf zurückgewiesen, künftig alle fünf Sparten nur noch im Opernhaus zu bündeln und das Schauspielhaus aufzugeben. In einer Stellungnahme sprach sie von „Fassungslosigkeit und Empörung“ und warnte vor massiven Folgen für den Spielbetrieb.

Nach Angaben der Leitung würde eine Konzentration auf eine einzige Bühne das künstlerische Angebot mindestens halbieren. Betroffen wären neben Oper, Operette, Musical, Ballett und Schauspiel auch das Figurentheater und die Robert-Schumann-Philharmonie. Tausende Plätze würden wegfallen, zahlreiche Formate wie das Weihnachtsmärchen, die Schultheaterwoche oder Theaterfestivals seien in der bisherigen Form nicht mehr möglich. Auch der Theaterjugendclub und die Opernballettschule stünden zur Disposition.

Die Leitung betonte, das Opernhaus sei baulich und akustisch keine geeignete Schauspielbühne. Der Orchestergraben, die Sichtlinien und die Anforderungen des Sprechtheaters sprächen gegen eine solche Lösung. Zudem müssten auf den Bühnen auch Proben stattfinden, was den Spielbetrieb weiter einschränken würde.

Besonders das Kinder- und Jugendtheater sei nach Ansicht der Theaterleitung gefährdet. Eine räumliche Trennung des Figurentheaters sei personell dauerhaft nicht leistbar. Das Theater wäre nach ihrer Einschätzung in Sachsen nicht mehr konkurrenzfähig.

Die Theaterleitung forderte den Stadtrat auf, eine tragfähige Lösung für Schauspielhaus und Opernhaus zu entwickeln und die Auswirkungen auf das Publikum mitzudenken. Zugleich rief sie dazu auf, die kulturelle Strahlkraft Chemnitz’ über das Kulturhauptstadtjahr hinaus zu sichern. Das Schauspielhaus sei ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt und seit nahezu 200 Jahren ein Ort gesellschaftlicher Verständigung.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Wenn die Wirtschaft die Kultur streicht

Audi streicht Konzerte und Nachwuchsförderung, BWT zieht sich von den Salzburger Festspielen zurück. Gleichzeitig kürzt die öffentliche Hand Kulturhaushalte. Und selbst in den USA wird das Geld knapp. Wer soll die Kultur

Eine Prestige-Oper für Shanghai

Ein weißer Fächer am Ufer des Huangpu, drei Bühnen mit 4.200 Plätzen und ein Dach, das allen gehört: Shanghai hat eines der spektakulärsten Opernhäuser der Welt eröffnet. Der Neubau ist auch ein

Was soll das, Bonn?

Anne Netrebko kommt nach Bonn. Die Hütte ist voll. Den Intendanten freut’s. Aber ist es wirklich ein Grund zur Freude, wenn eine der zweifelsohne bekanntesten, aber auch nicht unumstrittenen Sängerinnen unserer Zeit

Lieber François-Xavier Roth,

Heftige Proteste gegen François-Xavier Roth Bei den Donaueschinger Musiktagen - das richtet sich nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen die SWR-Leitung.

Neue Chefs, alte Konflikte

Auf den Opernbühnen wird protestiert, in Sachsen ums Überleben gekämpft, und auch hinter den Kulissen fliegen die Fetzen. Immerhin: Solange wir streiten, ist unsere Kunst lebendig.

Neue Intendanz rein! Altes Ensemble raus?

Heute Abend protestierten Künstlerinnen und Künstler in Düsseldorf auf offener Bühne gegen Vertragskündigungen durch die neue Intendantin Ina Karr. Und auch in Münster wird gegen den Kurs des designierten Intendanten Neil Barry

Verpassen Sie nicht ...