Ende für den Intendanten: Markus Hinterhäuser wird die Salzburger Festspiele mit sofortiger Wirkung verlassen.
Die Salzburger Festspiele und ihr Intendant Markus Hinterhäuser gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Das gab die Festspielführung am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt. Als Grund wurden »unüberbrückbare Auffassungsunterschiede und Differenzen« genannt. Hinterhäuser werde bis zum Ende seines laufenden Vertrags am 30. September 2026 beurlaubt, hieß es. Über die Details der einvernehmlichen Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.
Lesen Sie hier unseren ausführlichen Text zur Ära Hinterhäuser und ihrem Ende.
Lesen Sie hier den Kommentar zum Abgang von Markus Hinterhäuser von Axel Brüggemann
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) und Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) hatten dem Intendanten im Vorfeld Vertrauensbruch vorgeworfen. Immer wieder gab es Diskussionen um Hinterhäusers Führungsstil, bei einer Kuratoriunmssitzung soll der Streit eskaliert sein. Während die Unterstützer des Intendanten in den letzten Wochen lautstark für den den Verbleib Hinterhäusers warben, ließ sich Edtstadler auf keinerlei emotionales Spiel ein – sie verfolgte die Trennung von Hinterhäuser mit einem klaren juristischen Plan und scheint ernsthaft an einem neuen kulturellen Geist in Salzburg interessiert zu sein.
Schwere Vorwürfe in SPIEGEL-Recherche
Schwere Vorwürfe werden auch in einem Spiegel-Text gegen Hinterhäuser erhoben. Das Magazin zitiert verschiedene Mitarbeiter der Festspiele, die Hinterhäusers Führungsstil schwer kritisieren. Unter anderem eine Gesprächspartnerin, nach der Hinterhäuser »narzisstisch« sei. »Damit ist keine Modediagnose gemeint. Alles dreht sich um ihn, seine Launen, seine Verfasstheit.« Dazu komme, so der Spiegel, dass er sich nicht unter Kontrolle habe: »Er verträgt keinen Druck.« Allerdings seien die Festspiele ein Ort, an dem viel Druck herrsche. »Den gibt er unkontrolliert weiter.« Und: »Es trifft immer zuerst die Frauen.«
Nun werden Präsidentin Kristina Hammer und der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz vorerst die operative Leitung der Festspiele übernehmen. Gespräche für eine interimistische Nachfolge laufen bereits, parallel wird die Neuausschreibung vorbereitet. Hier eine Liste möglicher Kandidaten.
Es ist wahrscheinlich, dass der Intendant der Salzburger Osterfestspiele, die morgen beginnen, Nikolaus Bachler, den Übergang begleiten könnte – um dann Zeit zu haben, einen Nachfolger von Hinterhäuser zu bestellen.
Die Festspiele stehen vor umfassenden personellen und strukturellen Veränderungen. Neben der Intendanz sind auch die Verträge der anderen beiden Direktoren bald neu zu regeln. Gleichzeitig arbeitet das Kuratorium am Großprojekt »Festspielbezirk 2030«, das ab 2028 eine zweijährige Sanierung des Großen Festspielhauses vorsieht.

