VERDI übernimmt Bach

September 26, 2024
1 min read
Chor und Orchester beim BRSO im Streikmodus (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Eric Dietenmeier)

In München begann eine Aufführung der Matthäuspassion unter Simon Rattle mit einer Protest-Aktion von Chor und Orchester.

Die Matthäuspassion mit Simon Rattle und dem BRSO begann mit »Wir setzen uns mit Tränen nieder« – Chor und Orchester hatten in gelben Westen die Bühne betreten. Eine Protest-Aktion und der Ruf nach höherem Gehalt. Auf einem Flugblatt war zu lesen: 

»Die Gewerkschaft unisono Deutsche Musik- und Orchestervereinigung ruft seine Mitglieder zum Streik auf, um der berechtigten Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter Nachdruck zu verleihen. Die Verhandlungen der aktuellen Lohnrunde im BR haben bislang nicht zu einer Einigung geführt, da der BR uns kein adaquates Angebot vorgelegt hat.

Wir fordern eine Gehaltserhöhung nach dem Vorbild des Offentlichen Dienstes um 10,5 Prozent, mindestens jedoch um 500 Euro für die Beschäftigten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie des Chors des Bayerischen Rundfunks. Wir fordern die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachwuchsförderung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie des Chors des Bayerischen Rundfunks.«

BR-Intendantin Katja Wildermuth saß im Publikum und hörte sich die Forderungen regungslos an, berichtet Eric Dietenmeier auf Facebook.  Am Ende wurde dann doch die Matthäuspassion unter Sir Simon angestimmt.

Kommentar von Dietenmeier: »Er versucht schon beim Eingangschoral die durch Ansprachen verlorene Zeit wieder reinzuholen. Die namhaften Solist:innen – allen voran der Evangelist – kommen stimmlich hörbar an ihre Grenzen. Meine Sitznachbarin strickt während der Aufführung an ihrem Schal. Wohl die einzig vernünftige Reaktion an diesem Abend …«

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Hört Euch das mal an, Wiener Philharmoniker!

Der Komponist Alexander Strauch gehörte zu den Kritikern des Wiener Arrangements von Florence Prices »Rainbow Waltz«. Nun hat der Präsident des Deutschen Komponistenverbandes das Stück für sein »Rainbow Orchestra« neu vertont. Wir

Das neue Dirigentenzeitalter

Ein globales Personalkarussell, jüngere Namen, mehr Diversität: Die Wechsel an den Spitzen der Orchester markieren mehr als Routine. In der Klassik formiert sich ein neues Selbstverständnis. Beobachtungen des Dirigenten John Axelrod.

Kann Klassik Social Media? 

Der newsletter von BackstageClassical: Wie kann Klassik in den sozialen Medien wirken? Außerdem: Die Retro-Mode beim Sängernachwuchs und Kölns große Eröffnungssause!

Salzburger Positionierungen

Salzburgs neue Intendantin Karin Bergmann geht ein wenig auf Distanz zu Markus Hinterhäuser und kritisiert fehlende Aufklärung zu dessen Abgang. Zugleich wird bekannt, dass Präsidentin Kristina Hammer bei der kommenden Festspieleröffnung nicht

Antwort von Tanja

Nach heftigen Debatten innerhalb der BackstageCassical-Redaktion über die Glaubhaftigkeit der Triangologie-Studentin Tanja und ihres Instagram-Kanals, gab es nun Resonanz aus der Welt der Vibrational Ecology in Norwegen.

Es gibt sie noch, die guten Dinge in Bayreuth

Das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth begeht 2026 ein Doppeljubiläum: 150 Jahre Bayreuther Festspiele und 50 Jahre Museum im Haus Wahnfried. Unter dem Titel „50/150 – Utopie und Echo“ gibt es Ausstellungen, Performances, Konzerte,

Verpassen Sie nicht ...