Er ist wieder da

September 9, 2024
1 min read
John Eliot Gardiner (Foto: Salzburger Festspiele, Clarke)

John Eliot Gardiner gründet ein neues Orchester – und natürlich hofieren ihn die »Bad-Old-Boys« des Veranstalterwesens von Christoph Lieben-Seutter bis Matthias Naske.

Ein Faustschlag für die Klassik-Branche: Sir John Eliot Gardiner hat ein neues Orchester und einen neuen Chor gegründet. Zuvor hatte er seine Ensembles – die English Baroque Soloists und den Monteverdi Choir – verlassen, nachdem er einen Musiker eine Ohrfeige gab. Heute kündigte der 81jährige Dirigent an, den Constellation Choir und das Constellation Orchestra unter dem Dach von Springhead Constellation zu gründen – beide Ensembles würden von ihm geleitet.

»Seit meiner Rückkehr als Dirigent in Montpellier im Juli bin ich zutiefst bewegt und inspiriert von den äußerst herzlichen und enthusiastischen Unterstützungsbotschaften, die ich von Musikern und Veranstaltern gleichermaßen erhalten habe«, sagte Gardiner

Als Veranstalter ist unter anderem die alte Currentzis-Connection dabei: Der Intendanten-Clan um Christoph Lieben-Seutter an der Elbphilharmonie Hamburg (er bietet an, dass man die Tickets für die English Baroque Soloists kostenlos gegen Tickets des Constallation Orchestra mit Gardiner tauschen kann) und Matthias Naske am Wiener Konzerthaus (hier tritt nun nur noch das Constellation Orchestra auf). Gardiners neues Ensemble wird auch in der Philharmonie Luxemburg und am Konzerthaus in Dortmund auftreten. An der Elbphilharmonie macht das neue Ensemble Gardiners altem Orchester direkt Konkurrenz. Glauben die »bad old boys« der Klassik, dass sie Currentzis so kompensieren können? 

Zu den Musikern, die Gardiners neue Tour begleiten, gehören der Solo-Oboist Michael Niesemann, die Solo-Bratschistin Fanny Paccoud und die Solo-Geigerin Kati Debretzeni.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Wang wirft Journalisten misogynes Mobbing vor

Die chinesische Pianistin Yuja Wang hat eine E-Mail des britischen Musikkritikers und Radiojournalisten Norman Lebrecht öffentlich gemacht und ihm „herabwürdigendes, misogynes Mobbing“ vorgeworfen. Wang veröffentlichte auf ihrem offiziellen Instagram-Account einen Screenshot der

Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann

Showdown: Das Festspielkuratorium der Salzburger Festspiele hat Markus Hinterhäuser ein Szenario offeriert, über das er nun bis zum 20. März nachdenken kann. Ein Kommentar.  

American Nightmares in der Klassik

Kultur-Diskurs zwischen Eskapismus und Widerstand: Hannah Schmidt und Axel Brüggemann debattieren im Podcast Takt & taktlos die aktuellen Themen der Klassik.

Das Reich der kulturellen Mitte

Kanzler Friedrich Merz ist in China. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko. Ein historischer Rückblick auf Europäisch-Chinesische Musik-Beziehungen.  

Liebe Papagenas,

Achtung! Achtung! Da draußen ist ein bunter Vogelfänger unterwegs. Er tarnt sich als Sänger. Früher war er Tenor, heute hat er Federn gelassen – tingelt als Bariton und Clown durch die Gegend.

Einspruch, Herr Wolffsohn

Michael Wolffsohn hat Karajan in seinem neuen Buch vom Nazi-Sympathisantentum weitgehend reingewaschsen. Nun widerspricht ihm der Karajan-Experte und Historiker Oliver Rathkolb. Er sagt: die Faktenlage spricht eine andere Sprache.

Fliegender Teppich ohne Magie

Bluescreen-Effekte prägen Händels »Tamerlano« bei den 48. Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe. Doch der eigentliche Zauber entsteht im Orchestergraben.
Bogdan Roščić Porträt

Lieber Bogdan Roščić,

meinten Sie wirklich den gerngroßen Medien-Mufti Mucha, der über Ihr Opernball-Musical-Programm polterte, als Sie George Bernard Shaw auf Instagram zitierten: »I learned long ago never to wrestle a pig. You get dirty

Verpassen Sie nicht ...