Liebe Cecilia Bartoli,

Januar 29, 2026
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Cecilia Bartoli (Foto: DG)

Sie werden also dabei sein, wenn nächsten Freitag die Olympischen Spiele in Mailand eröffnet werden. Neben Mariah Carey – eigentlich auch eine Klassikerin. Mich erinnert das an die guten alten Zeiten von Montserrat Caballé und Freddy Mercury in Barcelona. Ach, war das schön, aber auch schon wieder 34 Jahre her.

Eigentlich bin ich gar kein Fan von Eröffnungsfeiern. Diese Endlos-Programme langweilen mich. Mich faszinieren die rasanten Abfahrten, die wagemutigen Skiflüge und die abenteuerlichen Snowboard-Rennen. Vielleicht auch, weil Olympia-Eröffnungen in den letzten Jahren immer mehr zu Polit-Propaganda-Shows verkommen sind: 2006 in Turin mit Luciano Pavarotti – das war irgendwie lustig. Aber als Anna Netrebko 2014 in Russland für Putin sang, konnte einem die Laune schon vergehen. 

Sie treten nun an der Seite von Lang Lang auf, aber auch neben Trump-Tenor Andrea Bocelli. Immerhin es wird nicht Meloni-Freundin Beatrice Venezi dirigieren, sondern der Komponist Andrea Farri. 

Ich weiß nicht, ob ich gut finde, wenn der Sport zur Opernbühne wird. Ich habe schon Angst vor der Eröffnungsfeier der Fußball-WM im Sommer. Nehmen Sie es mir nicht übel, Frau Bartoli, ich komme Pfingsten gern nach Salzburg – aber die Olympischen Spiele schalte ich erst zu den Wettkämpfen ein.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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