New Yorker Metropolitan Opera muss 22 Stellen streichen

Januar 22, 2026
1 min read
Metropolitan Opera New York (Foto: MET)

Ein Großdeal mit Saudi-Arabien verschleppt sich und bringt die große Met in New York ins Schlingern. Momentan werden Produktionen abgesetzt und Personal entlassen.

New York (BC) – Verzögerungen bei einem geplanten Großdeal mit Saudi-Arabien zwingen die Metropolitan Opera in New York zu Sparmaßnahmen. Das Opernhaus kündigte Entlassungen, Gehaltskürzungen für Spitzenverdiener und Änderungen im Spielplan an.

Nach Angaben von Generaldirektor Peter Gelb gegenüber der New York Times kommt es bei der Vereinbarung mit Saudi-Arabien zu Verzögerungen, da das Königreich seine Budgets wegen eigener wirtschaftlicher Probleme neu justiert habe. Der Met sei zwar versichert worden, dass das Abkommen zustande komme, warte aber seit einiger Zeit auf Fortschritte.

Der im vergangenen September geschlossene Deal hat laut New York Times ein Volumen von rund 200 Millionen Dollar über acht Jahre. Vorgesehen sind jährliche Gastspiele der Met an der Royal Diriyah Opera House ab 2028. Ein erheblicher Teil des jährlichen Betriebsbudgets von rund 330 Millionen Dollar sollte dadurch gedeckt werden.

Infolge der Verzögerungen streicht die Met 22 Stellen in der Verwaltung, verschiebt Produktionen – darunter Mussorgskis „Chowanschtschina“ aus der Saison 2026/27 – und kürzt die Gehälter von 35 Spitzenmanagern um vier bis 15 Prozent. Auch Gelb selbst sowie Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin sind betroffen.

Zudem prüft das Opernhaus weitere Einnahmequellen, darunter den Verkauf von Namensrechten, die Vermietung des Hauses für kommerzielle Produktionen sowie einen möglichen Verkauf zweier Marc-Chagall-Wandgemälde, die jedoch im Gebäude verbleiben müssten.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Kulturförderung vom Golf

Die Met in New York hofft auf Saudi-Arabien, die Salzburger Osterfestspiele rechnen mit Katar. Aber sind die Golfstaaten wirklich eine Rettung? 

Liebe Dresdner Philharmonie,

klar, Du musst sparen. Aber muss das wirklich sein, indem Du ausgerechnet jene zur Kasse bittest, die für Dich singen? Deine Intendantin Frauke Roth will eine alte Dresdner Tradition beenden: Bislang haben

Nelsons verlässt Boston im Streit

Der lettische Dirigent Andris Nelsons muss im Sommer 2027 nach 13 Jahren sein Amt als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra (BSO) abgeben. Das teilte das Board des Orchesters am Freitag mit. Die

Lieber Timothée Chalamet,

Der Schauspieler Timothée Chalamet hat die Klassik-Blase mit einem Satz auf die Palme gebracht. Opernhäuser reagierten weitgehend humorlos – eine verpasste Chance.

Ausschuss gegen Wedl-Wilson

Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson steht wegen ihres Umgangs mit Fördermitteln aus einem Sonderbudget für Projekte gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus unter Druck.

Fingerübungen für Bach 

Der Literat Christoph Hein legt fünf Bach-Novellen vor. Eine Suite kleiner, literarischer Menuette: Leicht, beschwingt, dem Tode nahe – und mit beiden Beinen auf der Erde.

Liebe Blonde,

Du wolltest unbedingt auch Mal einen »Brief von Brüggi«. Pedrillo hat es nicht so mit Worten. Der Bassa hat nur Augen für Konszanze. Osmin schickt Dich ohne Brief in die Küche, und

Järvi Goes London

Der estnische Dirigent Paavo Järvi wird neuer Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra. Zur Saison 2028/29 wird er die Nachfolge von Edward Gardner antreten. Järvi ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Künstlerischer Leiter

Verpassen Sie nicht ...