Musikhochschulen in Berlin gefährdet

März 4, 2025
1 min read
(Foto: Hochschule Hanns Eisler)

Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) zeigt sich tief besorgt über die geplanten Kürzungen für die Berliner Musikhochschulen.

English summary: The German Rectors‘ Conference of Music Universities (RKM) is deeply concerned about planned budget cuts for Berlin’s music universities. The cuts threaten the Hanns Eisler School of Music and the Berlin University of the Arts, affecting funding until 2027. RKM calls the move „contractually questionable“ and warns of long-term harm to artistic education. The Hanns Eisler School denounces the 8% budget cut (€1.47M in 2025) as a threat to its existence and global reputation. Previous savings already reduced student numbers from 900 to 500. The university is considering legal steps to secure its future and protect Berlin’s cultural landscape.

Auf ihrer Winterkonferenz wies die RKM darauf hin, dass die beabsichtigte Reduzierung der Mittel für die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und die Universität der Künste Berlin eine existenzielle Bedrohung für die Institutionen darstelle. Die geplanten Kürzungen betreffen nicht nur den Etat 2025, sondern auch die Grundfinanzierung in den Jahren 2026 und 2027.

Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der RKM, bezeichnete das Vorgehen als »vertragswidrig« und warnte vor den langfristigen negativen Auswirkungen auf die künstlerische und pädagogische Ausbildung. Der Vorstand der RKM unterstützte die Positionen der beiden betroffenen Hochschulen und appellierte an den Berliner Senat, die kulturelle Bildung zukunftsfähig zu finanzieren.

Zuvor beklagte bereits die Hochschule Hanns Eisler die Sparmaßnahmen. Der Akademische Senat der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin hat die kürzlich beschlossenen drastischen Kürzungen der Landeszuschüsse als ernsthafte Gefahr für die Hochschule und die Qualität der künstlerischen Ausbildung eingestuft. Trotz der anerkannten finanziellen Lage des Landes Berlin kritisiert das Gremium die einseitige Aufkündigung des Hochschulvertrags durch die Berliner Politik als Vertrauensbruch und rechtlich bedenklich.

Die geplante Kürzung des konsumtiven Zuschusses um 8 % im Jahr 2025, was für die Hochschule einen Verlust von 1,47 Millionen Euro bedeutet, gefährdet die Existenz der Hochschule und ihre internationale Spitzenstellung. Die Einsparungen können nicht mit sparsamen Haushalten kompensiert werden, was zu einem Abbau der künstlerischen Praxisprojekte und langfristigen strukturellen Schäden führen könnte.

Trotz früherer Sparmaßnahmen, die die Studierendenzahl von 900 auf etwa 500 reduzierten, hat die Hochschule ihre Position als international anerkannte Institution beibehalten und die Berliner Kultur entscheidend mitgestaltet. Doch nun sind auch ihre Kooperationen mit Berliner Kulturinstitutionen, die einen zentralen Bestandteil der Ausbildung darstellen, bedroht.

Der Akademische Senat unterstützt die Hochschulleitung in den Verhandlungen mit der Senatsverwaltung und prüft rechtliche Schritte, um die Zukunft der Hochschule zu sichern und einen langfristigen Schaden für den Standort Berlin zu vermeiden.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Das Reich der kulturellen Mitte

China profitiert vom Chaos der Welt. Auch kulturell. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko.  

Liebe deutsche Schule,

früher hätte man vielleicht gesagt: »Du bist derzeit von einer curricularen Simplifizierung und inhaltlicher Entkernung geprägt, bei der nachhaltige Erkenntnisprozesse zugunsten kurzfristiger Kompetenzsimulation substituiert werden.« Aber wenn man so wäre wie Du,

Donald, Yannick, Lorenzo und Bert

Heute geht es im Newsletter um einen Ausblick auf das, was im neuen Jahr wichtig wird, ein Plädoyer für mehr Tiefe und um neue Klassik-Protagonisten.

Venezuela, Grönland, Kennedy-Center

Donald Trump entführt den Präsidenten von Venezuela und überlegt, Grönland zu annektieren. Das Kennedy Center in Washington hat er schon lange in seine Propagandamaschine integriert. Die kleine Geschichte einer großen Übernahme. 

Wie Konrad und Louis sich zum Bert machen

Konrad und Louis sollen die ARD-Klassik aufmischten und sorgen für Fremdscham. Dabei macht Opera Bert vor, dass Klassik so bedeutsam sein kann wie das Lackieren von Fingernägeln.

Er machte die Metropolitan Opera stark

Der Werber Bruce Crawford, einst Chef der Metropolitan Opera und später Vorsitzender des Lincoln Center, prägte New Yorks Opern- und Musikwelt über Jahrzehnte. Er starb mit 96 Jahren in Manhattan.

Verpassen Sie nicht ...