Auf der Suche nach der Klassik-Zukunft

März 23, 2025
1 min read

Der BackstageClassical Podcast mit Julian Stahl – er leitet das Programm »Tuned« bei der Kulturstiftung des Bundes und sucht mit Festivals nach neuen Klassik-Perspektiven.

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English summary: The German Cultural Foundation’s Tuned program supports innovation in classical music with €3.5M for six festivals. It fosters new concert formats, collaboration, and societal engagement while embracing change.

Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt mit dem Programm Tuned innovative Ansätze in der klassischen Musik mit 3,5 Millionen Euro. Das Geld steht sechs ausgewählten Festivals zur Verfügung: Dem Beethovenfest in Bonn, dem Podium in Esslingen, dem Mozartfest in Würzburg, den Thüringer Bachwochen, dem Detect Classic Festival und Tonali. Ziel ist es, neue Wege für die klassische Musik zu finden und den Austausch zwischen den Festivals zu fördern. Julian Stahl, Programmleiter von Tuned, betont im BackstageClassical-Podcast, dass es darum gehe, ein Gespür für relevante Themen zu entwickeln.

Das Förderprogramm verstehe sich nicht als radikaler Neuanfang, sondern wolle bestehende Entwicklungen verstärken. Dabei gehe es um die Neugestaltung von Konzerten und die Rolle des Publikums. Wichtig sei es, verschiedene Positionen ins Gespräch zu bringen und voneinander zu lernen. Die geförderten Festivals, die unterschiedliche Traditionen und Schwerpunkte haben, treten in einen Dialog, indem sie sich gegenseitig besuchen und thematische Wochenenden veranstalten. Im Fokus standen dabei im ersten Jahr der Austausch auf struktureller Ebene und inhaltlich Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und der Qualitätsbegriff in der Klassik.

Konkrete Beispiele für neue Ansätze sind die Thüringer Bachwochen, die mit dem Projekt 20 für 20 Konzerte im ländlichen Raum in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren organisierten. Das Podium Esslingen setzt auf Artists in Residence mit nicht-klassischem Hintergrund, um genreübergreifende Formate zu entwickeln. Stahl hob hervor, dass es ein Anliegen der Förderung sei, Spielräume für Experimente zu öffnen und die Zusammenarbeit angesichts knapper werdender Mittel zu stärken.

Ein Ideenfestival vom 10. bis 12. November in Bochum soll möglichst viele Akteure aus dem Klassikbetrieb zusammenbringen, um aktuelle Debatten zu bündeln und über Zukunftsfragen zu diskutieren. Themen sind beispielsweise zeitgenössische Konzertprogramme und die Zukunftsfähigkeit von Institutionen.

Stahl sieht eine Tendenz und Notwendigkeit, dass sich etablierte Institutionen wie Opern- und Konzerthäuser für die Kreativität der freien Szene öffnen und Grenzen abgebaut werden. Wichtig sei es, den Blick nach außen in die Gesellschaft zu richten und auf veränderte Hörgewohnheiten zu reagieren. Trotz aller Veränderungen bleibe die Begeisterung für die Musik und das gemeinsame Musizieren zentral. Interessierte Akteure können die Kulturstiftung des Bundes kontaktieren und sich über die allgemeine Projektförderung bewerben.

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