Die Zahl der Planstellen in deutschen Berufsorchestern hat sich in den vergangenen zwei Jahren kaum verändert. Hinter der statistischen Stabilität verbirgt sich jedoch ein wachsendes Problem: Hunderte Stellen sind unbesetzt.
Die Zahl der Musikerinnen und Musiker in deutschen Berufsorchestern ist in den vergangenen zwei Jahren weitgehend stabil geblieben. Für 2026 weist die Statistik 9.748 Planstellen aus, 33 weniger als 2024. Nach Angaben der Künstlergewerkschaft UNISONO entspricht dies trotz des leichten Rückgangs statistisch einer Stabilität.
Hinter dieser Entwicklung verbirgt sich jedoch ein strukturelles Problem: Tatsächlich besetzt sind nur 9.292 Stellen, fast jede zwanzigste Planstelle ist vakant. Gründe sind unter anderem Fachkräftemangel, Standortnachteile und langwierige Einstellungsverfahren. Besonders hohe Vakanzquoten gibt es bei mehreren großen Orchestern.
UNISONO warnt vor einem „stillen Personalabbau“, der ohne politische Beschlüsse erfolge und die verbleibenden Beschäftigten durch höhere Arbeitsbelastung und Gesundheitsrisiken belaste. Um gegenzusteuern, seien höhere und verlässlichere öffentliche Mittel nötig, insbesondere für kommunale Orchester.
Große Sorge bereiten zudem Finanzierungsunsicherheiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dort könnten Sparpläne, etwa beim SWR und SR, zu einem Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie führen, was ein regional stark verankertes Orchester empfindlich treffen würde.

