Massive Kürzungen in Bregenz

Juni 27, 2025
1 min read
Ziemlich viel Caspar David Friedrich in Bregenz (Foto: Bregenzer Festspiele)

30 Prozent weniger für die Bregenzer Festspiele. Das stellt Intendantin Lilli Paasikivi vor enorme Aufgaben.

Bregenz (BC) – Österreichs Sparmaßnahmen treffen nun auch immer öfter die Kultur. Nachdem bekannt wurde, dass der Umbau der Salzburger Festspiele eventuell verschoben wird, teilten der Präsident der Bregenzer Festspiele, Hans-Peter Metzler und Bregenz’ Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) nach einer Kuratoriumssitzung nun mit, dass die Subventionen für die Bregenzer Festspiele in den Jahren 2025 und 2026 um 30 Prozent gekürzt werden. Für die Festspiele bedeutet das ein Minus von rund 2,1 Millionen Euro pro Jahr. Das Programm für 2025 bleibt laut Angaben der Veranstalter dennoch unverändert, da Rücklagen einen Teil der Kürzungen abfedern.

Die Subventionsgeber Bund, Land und Stadt – bislang mit insgesamt 6,9 Millionen Euro jährlich – reduzieren ihre Beiträge jeweils um knapp ein Drittel. Ursprünglich war sogar eine Kürzung um 50 Prozent im Gespräch gewesen. Kein guter Start für die neue Intendantin Lilli Paasikivi, die eh noch ihren eigenen Stil zu suchen scheint. Mittelfristig muss sie nach Einsparpotenzial suchen: Keine spannenden Opern im Festspielhaus? Ein anderes Orchester als die Wiener Symphoniker? Egal, wo sie spart: In Gefahr ist die Mischung der Festspiele aus populärer Klassik und hochklassiger Qualität. Eine geplante Kooperation mit dem Wiener Burgtheater sowie Investitionen in die Überkopfbeschallung müssen verschoben werden. Die Entscheidung sei angesichts der angespannten Budgetsituation notwendig, hieß es. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Festspiele wurde von allen Seiten gelobt.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Das Reich der kulturellen Mitte

China profitiert vom Chaos der Welt. Auch kulturell. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko.  

Liebe deutsche Schule,

früher hätte man vielleicht gesagt: »Du bist derzeit von einer curricularen Simplifizierung und inhaltlicher Entkernung geprägt, bei der nachhaltige Erkenntnisprozesse zugunsten kurzfristiger Kompetenzsimulation substituiert werden.« Aber wenn man so wäre wie Du,

Donald, Yannick, Lorenzo und Bert

Heute geht es im Newsletter um einen Ausblick auf das, was im neuen Jahr wichtig wird, ein Plädoyer für mehr Tiefe und um neue Klassik-Protagonisten.

Venezuela, Grönland, Kennedy-Center

Donald Trump entführt den Präsidenten von Venezuela und überlegt, Grönland zu annektieren. Das Kennedy Center in Washington hat er schon lange in seine Propagandamaschine integriert. Die kleine Geschichte einer großen Übernahme. 

Wie Konrad und Louis sich zum Bert machen

Konrad und Louis sollen die ARD-Klassik aufmischten und sorgen für Fremdscham. Dabei macht Opera Bert vor, dass Klassik so bedeutsam sein kann wie das Lackieren von Fingernägeln.

Er machte die Metropolitan Opera stark

Der Werber Bruce Crawford, einst Chef der Metropolitan Opera und später Vorsitzender des Lincoln Center, prägte New Yorks Opern- und Musikwelt über Jahrzehnte. Er starb mit 96 Jahren in Manhattan.

Verpassen Sie nicht ...