Mendelssohn: Revolutionär der Musikgeschichte 

Oktober 1, 2025
1 min read
Mendelsohn-Büste im Mendelsohn-Haus (Foto: Mendelsohn-Stiftung Leipzig)

Die Mendelssohn-Festtage beginnen am 2. November mit prominentem Programm und zwei ganz besonderen Preisträgern. Podcast mit dem Direktor des Mendelssohn-Hauses Patrick Schmeing.

Der Podcast bei applePodcast und für alle anderen Player

Die Mendelssohn-Festtage in Leipzig versprechen ein hochkarätiges Programm und die Fortsetzung des Mendelssohn-Preises. Im Guten Morgen-Podcast von BackstageClassical erklärt der Direktor des Mendelssohn-Hauses, Patrick Schmeing, die Bedeutung des Komponisten für die Stadt und beantwortet die Frage, wie man ein Museum betreibt, das die Geschichte ins Zentrum unserer Zeit stellt.

Die Mendelssohn-Festtage finden traditionell rund um den Todestag des Komponisten statt: 20 Konzerte und Veranstaltungen im Mendelssohn-Haus und im Gewandhaus. Nach neun Jahren wird auch der Mendelssohn-Preis erneut vergeben – ein Schritt, den Schmeing auch »im Geiste Kurt Masurs« gegangen ist. Im Rahmen des Eröffnungskonzerts am 2. November, das auch ein Benefizkonzert zugunsten des Hauses ist, erhalten die Pianistin Elina Baschkirowa und der deutsch-amerikanische Politiker und Museumsdirektor Michael Blumenthal die Auszeichnung.

Patrick Schmeing (Foto: Bildkraftwerk)

Baschkirowa, die als Präsidentin des Mendelssohn-Hauses zugleich die Festtage kuratiert, wird in der Kategorie Musik für ihre pianistische Laufbahn sowie ihre kulturverbindende Arbeit, etwa mit ihrem Kammermusikfestival in Berlin und Jerusalem, geehrt. In der Kategorie Europa geht der Preis an den 99-jährigen Blumenthal, der als Gründungsdirektor des Jüdischen Museums in Berlin und früherer US-Finanzminister bekannt ist. Sein bewegtes Leben ist von Emigration geprägt: 1939 floh er als Zwölfjähriger aus Berlin, überlebte unter anderem zwei Jahre im Ghetto von Shanghai und wurde später Minister in Washington.

Für die Konzertreihe konnte Baschkirowa zahlreiche Stars gewinnen. Neben Anne-Sophie Mutter, die beim Eröffnungskonzert mit ihr gemeinsam auftritt, gehören Igor Levit, Gidon Kremer, Sabine Meyer und Anna Prohaska zum Line-up. Das Gewandhausorchester spielt unter der Leitung von Andris Nelsons.

Thematische Schwerpunkte setzen die diesjährigen Festtage unter dem Motto »Frauen um Mendelssohn«. Eine Ausstellung über Mendelssohns Ehefrau Cécile beleuchtet das weitgehend übersehene künstlerische Talent der Malerin. Emotionaler Höhepunkt bleibt das Konzert zur Todesstunde am 4. November in Mendelssohns einstiger Leipziger Wohnung, wo der Komponist 1847 mit nur 38 Jahren starb. In dem intimen Musiksalon mit 70 Plätzen interpretieren Bass René Pape und Baschkirowa in diesem Jahr Dvořáks Biblische Lieder.

»Felix Mendelssohn hat Leipzig in einzigartiger Weise geprägt – als Dirigent, Komponist, Hochschulgründer und als Initiator der Bach-Renaissance«, sagte Patrick Schmeing. Dem Komponisten sei es gelungen, das Gewandhausorchester konzeptionell neu aufzustellen, für die Professionalisierung der Musikausbildung zu sorgen und im Alter von nur 20 Jahren mit der spektakulären Wiederaufführung der Matthäus-Passion 1829 die Bach-Renaissance einzuleiten.

Hier geht es zum Podcast mit Michael Blumenthal

Hier geht es zur Seite der Mendelssohn-Festtage

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Marathonlaufen und Konzert spielen

Laufen und musizieren: Die Wiener Symphoniker und der Vienna City Marathon veranstalten 2027 erneut ihr »Konzert zum Marathon«. Läuferinnen und Läufer können sich ab sofort um einen Platz im Orchester bewerben.

Aus dem Archiv ins Leben

Vergessen, verschollen, nie aufgeführt: Die Ruhrtriennale holt mit Charles Tournemire und Roman Padlewski zwei fast ausgelöschte Komponisten zurück ins Licht – und macht daraus einen der musikalisch stärksten Abende des Festivals.

Ds Ende einer Ära

Peter de Caluwe soll Intendant der Salzburger Festspiele werden. Das ist mehr als ein Personenwechsel: Es ist das Ende eines Systems der alten Salzburger Seilschaften. Ein Kommentar von BackstageClassical-Herausgeber Axel Brüggemann

Liebe Findungskommission,

Gehen wir einmal davon aus, dass Peter de Caluwe neuer Festspielintendant in Salzburg wird. Dann zeigt das allerhand. Erst einmal: dass die Findungskommission sehr gut gearbeitet hat. Denn der Name stand – außer

Salzburg habet Papam

Die Salzburger Festspiele stehen offenbar vor einer überraschenden Entscheidung: Peter de Caluwe soll neuer Intendant und damit Nachfolger von Markus Hinterhäuser werden.

Mehr Geld für Berliner Philharmoniker

Mehr Geld für die Berliner Philharmoniker: Der Bund erhöht seine Förderung und beteiligt sich mit 225 Millionen Euro an der Generalsanierung der Philharmonie. Das soll Planungssicherheit schaffen.

Chopin gehört Sony… 

... das jedenfalls behauptet die KI von Instagram. Dumm nur: Die Aufnahme, die sie wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung sperrt, gehörte unserem Autoren: Werner Dabringhaus vom Label MDG.

Verpassen Sie nicht ...