Nach 13 Jahren: Kölner Oper soll eröffnen!

Oktober 1, 2025
1 min read
Oper Klön zur Eröffnung 1957 (Foto: Oper Köln)

Nach 13 Jahren Bauzeit und massiven Kostenüberschreitungen sollen die Kölner Bühnen im kommenden Jahr ihre regulären Häuser am Offenbachplatz wieder beziehen.

English summary: After 13 years, delays and soaring costs, Cologne’s opera and theater will reopen at Offenbachplatz on Sept 24, 2026, with expenses reaching €1.5B, making it one of Germany’s priciest cultural projects.

Die scheidende Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte am Mittwoch an, dass Opernhaus, Schauspielhaus, Kleines Haus und die neu errichtete Kinderoper am 24. September 2026 feierlich eröffnet werden sollen. «Wir alle wissen, der Weg dorthin war sehr schwierig und oft enttäuschend», sagte Reker bei einer Pressekonferenz im Schauspielhaus.

Die Sanierung des denkmalgeschützten Theaterensembles des Architekten Wilhelm Riphahn gehört zu den teuersten deutschen Kulturbauprojekten der Nachkriegszeit. Begonnen hatten die Arbeiten 2012 mit einer geplanten Bauzeit von nur drei Jahren und veranschlagten Kosten von 253 Millionen Euro. Infolge gravierender Planungsfehler, Baumängel und fehlender Koordination verzögerten sich die Arbeiten immer wieder, mussten teils neu begonnen werden und wurden erheblich teurer.

Mittlerweile rechnet die Stadt Köln mit Gesamtkosten von rund 1,5 Milliarden Euro – inklusive der Zinsen für Kredite und der Ausgaben für Interimsspielstätten wie das Carlswerk in Mülheim. Allein die Finanzierungskosten belaufen sich laut Stadtverwaltung auf rund 371 Millionen Euro, mehr als ursprünglich für das gesamte Projekt vorgesehen war.

Opern-Intendant Hein Mulders und Schauspielchef Kay Voges sollen nach der Rückkehr an den Offenbachplatz ab Herbst 2026 das erneuerte Ensemble in Betrieb nehmen. Erste Proben sind ab Frühjahr 2026 geplant. Auch wenn viele Kölnerinnen und Kölner nach zahlreichen gebrochenen Terminzusagen skeptisch geblieben seien, bestehe nun laut Verwaltung erstmals realistische Aussicht, dass die Eröffnung wie verkündet stattfinden kann.

Aktuell war Köln bundesweit zuletzt immer wieder wegen seiner explodierenden Baukosten im Kulturbereich in den Schlagzeilen. Mit dem geplanten Wiederbezug der Bühnen soll nun ein Schlusspunkt unter eines der längsten Bauprojekte der deutschen Theatergeschichte gesetzt werden.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann

Showdown: Das Festspielkuratorium der Salzburger Festspiele hat Markus Hinterhäuser ein Szenario offeriert, über das er nun bis zum 20. März nachdenken kann. Ein Kommentar.  

American Nightmares in der Klassik

Kultur-Diskurs zwischen Eskapismus und Widerstand: Hannah Schmidt und Axel Brüggemann debattieren im Podcast Takt & taktlos die aktuellen Themen der Klassik.

Das Reich der kulturellen Mitte

Kanzler Friedrich Merz ist in China. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko. Ein historischer Rückblick auf Europäisch-Chinesische Musik-Beziehungen.  

Liebe Papagenas,

Achtung! Achtung! Da draußen ist ein bunter Vogelfänger unterwegs. Er tarnt sich als Sänger. Früher war er Tenor, heute hat er Federn gelassen – tingelt als Bariton und Clown durch die Gegend.

Einspruch, Herr Wolffsohn

Michael Wolffsohn hat Karajan in seinem neuen Buch vom Nazi-Sympathisantentum weitgehend reingewaschsen. Nun widerspricht ihm der Karajan-Experte und Historiker Oliver Rathkolb. Er sagt: die Faktenlage spricht eine andere Sprache.

Fliegender Teppich ohne Magie

Bluescreen-Effekte prägen Händels »Tamerlano« bei den 48. Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe. Doch der eigentliche Zauber entsteht im Orchestergraben.
Bogdan Roščić Porträt

Lieber Bogdan Roščić,

meinten Sie wirklich den gerngroßen Medien-Mufti Mucha, der über Ihr Opernball-Musical-Programm polterte, als Sie George Bernard Shaw auf Instagram zitierten: »I learned long ago never to wrestle a pig. You get dirty

Liebe Stefanie,

seit der BR sich Dich als »Gesicht« für sein Klassik-Programm vorstellt, bist Du irgendwie anders geworden. Weißt Du noch, wie wir auf dem Flokati gelegen, Tristan gehört und Erdnussflips gegessen haben? Und

Epstein und die Klassik

In den Epstein Files kommen auch zahlreiche Klassik-Künstler vor – oft sollten sie das Image des kulturinteressierten Mäzen pflegen. 

Verpassen Sie nicht ...