herzlichen Glückwunsch zur Vertragsverlängerung bis 2033! Sie wüssten nicht, woanders als in München Sie sein sollten. Und Sie haben angedroht auch danach noch zu bleiben – bis Sie so alt sind wie Herbert Blomstedt! Also bis in alle Ewigkeit. Amen.
Wie gut es für Sie läuft, hat man bereits bei der Vertragsunterzeichnung gesehen, als Sie und BR-Intendantin Katja Wildermuth mit dem Turteltaubencharme eines frisch verliebten Paares aufgetreten sind.
Nach 16 Jahren in Berlin und drei Jahren in München erklärten Sie in perfektem Englisch: »Ich liebe diese Musikerinnen und Musiker, diese Sängerinnen und Sänger – ich war noch nie glücklicher!« Und tatsächlich, ich glaube: Die Musikerinnen und Musiker lieben Sie auch!
Alles gut also? Wenn man mal von der musikalischen Entwicklung des Orchesters absieht: ja! Der Präzisionsklangkörper von Mariss Jansons ist zu Ihrem Kuddelmuddel-Spielplatz geworden. Ihre Qualität ist es weniger, hart am Sound zu arbeiten, als für gute Laune zu sorgen. Ihre Einspielungen sind weitgehend überflüssig, die Auswahl Ihrer Solisten sehr oft sehr privat gefärbt – und die Präzision von früher: futsch! Das BRSO ist nicht mehr das BRSO, sondern das Orchester von Sir Simon!
Sie tanzen gern in Lederhosen durch München, stehen am Würstelstand oder sind Famehunter beim FC Bayern. Das ist alles legitim. Und ja, die Musikerinnen und Musiker lieben einen Dirigenten, der ihnen alle Freiheiten der Welt gibt.
Aber liebes BRSO: Schaut mal nach Berlin, wie lange es gedauert hat, bis die dortigen Philharmoniker wieder zu alter Stärke zurückgefunden haben. Ihr habt eher ein knuddeliges Maskottchen verlängert als einen musikalischen Chef


